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Re: Kapillaräume der Karosserie - Fett o. Tauchen

Verfasst: Mi 27. Jan 2010, 11:16
von Nordlicht
Ein Moin und Dank allen bisher Antwortenden,

bin zwar jetzt wesentlich schlauer, aber unterschiedliche Meinungen bzw. Vorgehensweisen sehe ich aber doch, oder? Ich kürze es mal in eine fragende Feststellung ab: Meine (beispielsweise) flugrostige NOS-Tür gebe ich NICHT ins Tauchbad, entroste sie soweit es geht, vom Restrost (per Hand müßte doch bei solch einer Tür reichen - ich komme ja sowieso mit NICHTS entrostend in den Falz, ohne das Gammelgefahr entsteht), nehme meine verdünnte 2k-EP-Grundierung u. "vergiesse" damit den minimalen Restrost in den Falzen. Dann alles grundieren und endlackieren. Abschließend (Jans Eintrag liest sich als "zwischendurch"!?) in der Tür Sandersfett über die lackierten Ecken und Kanten (unter denen die zugeträufelten Falze sind)?
Oder die Falze NICHT mit EP "vergiessen", sondern sogar an den Falzen vorbeigrundieren u. lackieren (also blank/rostig lassen) und dann abschließend Fett auf bzw. in die Falze?

Gruß Nordlicht
Thomas

Re: Kapillaräume der Karosserie - Fett o. Tauchen

Verfasst: Mi 27. Jan 2010, 16:39
von scardale
Hallo,
"Ich kürze es mal in eine fragende Feststellung ab: Meine (beispielsweise) flugrostige NOS-Tür gebe ich NICHT ins Tauchbad, entroste sie soweit es geht, vom Restrost (per Hand müßte doch bei solch einer Tür reichen - ich komme ja sowieso mit NICHTS entrostend in den Falz, ohne das Gammelgefahr entsteht), nehme meine verdünnte 2k-EP-Grundierung u. "vergiesse" damit den minimalen Restrost in den Falzen. Dann alles grundieren und endlackieren. Abschließend (Jans Eintrag liest sich als "zwischendurch"!?) in der Tür Sandersfett über die lackierten Ecken und Kanten (unter denen die zugeträufelten Falze sind)? "

Genau so, wie oben beschrieben! Wichtig ist dass vor dem Fett/Sandersauftrag wirklich fertiglackiert ist, also auch die Aussenfläche! Der Lacker schickt Dich sonst wieder nach Hause. Die Falze in der Tür gut versiegeln, die restliche Innentür jedoch auch (Boden ganzflächig). Ablauflöcher danach kontrollieren, müssen auf alle Fälle offen sein (ich hoffe die gibts beim DS, ich bin noch nicht bei den Blecharbeiten).

Gruß
Stefan Sikeler

Re: Kapillaräume der Karosserie - Fett o. Tauchen

Verfasst: Mi 27. Jan 2010, 18:30
von maldini
Hallo Nordlicht,

genau ;-))

dünnflüssig grundieren
"dickflüssig" grundieren
lackieren
fetten (wachsen)

Tauchbad ist ultima ratio bei verbeulten und/oder dick gespachtelten Türen die grundsaniert werden müssen - ansonsten ist entrosten ausreichend.
Die Ablauflöcher (die es natürlich auch beim DS gibt) müssen, wie bereits gesagt, frei sein und nicht mit Wachs oder Fett verkleistert.
ich würde sie vergrössern, wenn die Türböden erneuert werden müssen -


grüße maldini

Re: Kapillaräume der Karosserie - Fett o. Tauchen

Verfasst: Mi 27. Jan 2010, 18:31
von Nordlicht
Hallo,

dann habe ich verstanden und mach es auch so, beruhigt! ... ;-)

"Ablauflöcher" kann ich (!) ausnahmsweise beantworten: Ja, haben die Türen. (Mindestens) der Spezi Koslowski vergrößert die sogar bei seinen Türrestaurationen. Mal sehen.
Besten Dank allen. Das Ergebnis hier sagt mir aber auch, dass die OM, die ich seit fast 30 Jahren regelmäßig kaufe, unkritisch ist: Großer Oldtimer-KTL-Bericht vor einiger Zeit drin gewesen - toll und super soll das Verfahren sein. Wenn Geld (knapp über 5000 Euro!) bei mir eine geringe Rolle spielen würde, hätte ich (vielleicht) vor einem Jahr das ganze Chassis bei BASF eintauchen lassen ... . Na, herzlichen Glückwunsch.

Gruß vom beruhigten Nordlicht
Thomas

Re: Kapillaräume der Karosserie - Fett o. Tauchen

Verfasst: Mi 27. Jan 2010, 22:37
von Thomas Held
Hallo Thomas,

ich verstehe nicht. Kathodische Tauchlackierung ist wohl kaum schlechter als das von Hand Einlaufenlassen von EP-Grundierung...
Eine chemische Entlackung mit anschiessender Phosphatierung ist das, was ich bei den Kleinteilen meiner DS (Stosstangenhalterungen vorne/hinten, Batteriehalter, Quertraverse vorn etc.) bisher immer selbst gemacht habe, d.h. Entlackung/Entrostung mit Salzsaeure (Einlegen der Teile in verduennte Saeure) und danach Passivierung mit verduennter Phosphorsaeure. Eine anschliessende Grundierung mit POR15 und danach Fetten der Teile mit Sanders haelt den Rost auch bei Winterbetrieb auf gesalzenen Strassen fern.
Mangels hinreichend grosser Becken und Saeuremengen werde ich bei den vorderen Kotfluegeln und Tueren wohl auf industrielle Baeder/Anbieter zurueckgreifen. Die hinteren Kotfluegel konnte ich so zumindest rundherum an den Kanten behandeln und die grossen Innen- und Ausenflaechen mechanisch blank machen und mit aufgelegten Lappen phosphatieren (Gerhard Trosien hat da mal eine sehr schoen Anleitung zu gegeben...).
Langzeiterfahrungen fehlen mir zugebenermassen. Allerdings kann ich wegen Winterbetrieb auf salzigen Strassen (=Zeitmaschine!) sehen, dass die Rostsuppe allein von den (noch zu tauschenden) nicht-Edelstahlschrauben an den so behandelten Teilen herruehrt und diese selbst unbeeindruckt laesst.
Gruss,

Tom

Re: Kapillaräume der Karosserie - Fett o. Tauchen

Verfasst: Do 28. Jan 2010, 07:31
von Nordlicht
Moin Tom,

"Kathodische TauchLACKIERUNG ist wohl kaum schlechter als das von Hand Einlaufenlassen von EP-GRUNDIERUNG ... ". Ja, richtig - vermutlich sogar besser, weil tiefer eindringend.
Aber meine Ausgangsfrage war ja, ob sich VOR dem TauchLACKIEREN durch das Entlacken/-rosten (z.B. bei Dir) Salz- und/oder Phosporsäure tief in den Falzen festsetzt und eines Tages wieder agressiv wird/werden könnte.
Siehe oben Jörg Daniels Erfahrungen ... allerdings:
@ Jörg Daniel: Wieso bearbeitest Du eigentlich aufwendig ne Tür und schnippelst sie ne Woche später auseinander? Das wunderte mich bereits beim ersten Lesen Deines Eintrags.

Gruß Thomas