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Re: Alterungsbestaendige Fette für Schwingenl
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 18:44
von Robert
sebastianklaus schrieb:
Ich stimme vor o.g. Hintergrund so gar
> nicht Robert´s dort geaeusserter Meinung zu, dass
> man die Kugelbolzen der Radlager gar nicht
> schmieren sollte (vollkommen egal, was im Handbuch
> steht !!). Denn: damals waren die Lebensdauern der
> Autos auf vielleicht 5 oder 8 Jahre ausgelegt, da
> haelt das Fett durch, aber bei unseren Kisten muss
> man nachschmieren, denn das Fett muss regelmaessig
> erstetzt weren, damit der Dreck und vor allem die
> Feuchtigkeit aus den Lagern raus kommt. Insofern
> ist meines Erachtens Nachschmierung von Lagern
> generell eine sehr gute Massnahme fuer solche
> Waelzlager, die extrem lange (also ueber einen
> Zeitraum von weit mehr als ca. 6 oder 8 Jahre)
> betrieben werden sollen. Also: Schrauben raus aus
> den Radlagern und Schmiernippel rein und -maessig,
> aber regelmaessig- nachschmieren.
Hallo Sebastian,
ich habe hier nur die Reparaturanleitung wiedergegeben, wobei ich es nicht völlig egal finde, was da drin steht. Die Autos ab 65 haben im Gegensatz zu den früheren Modellen dicht geschlossene Manschetten und wenn man einfach hingeht und nachschmiert, tritt irgendwann der sog. Pampers-Effekt ein: Die Manschette ist voll und löst sich. Man sollte also, wenn man regelmässig nachschmiert, genauso regelmässig die Manschette öffnen und das alte ausgetretene Fett entfernen. Dabei aufpassen, dass man keinen Dreck einbringt, sonst geht der Schuss nach hinten los.
Grüsse
Robert
Re: Alterungsbestaendige Fette für Schwingenl
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 18:59
von scardale
nochmals zum Fett,
das FAG Fett konnte ich nicht bekommen, der Händler müsset 10 400er Kartuschen nehmen und mir mindestens 40EURO für eine 1kg Büchse abknöpfen (obwohl die nur 28 kostet). Ich hab einen SKF Händler um die Ecke, bei Citrothello wurde mit SKF LGHP2 gearbeitet, vielleicht wäre dies eine Alternative (vermutlich machen wir viel zu viel Wirbel um das Fett). Füge noch ein Bild bei und hoffe das ich kein Copyright verletze.
Gruß
Stefan Sikeler
Re: Alterungsbestaendige Fette für Schwingenl
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 19:09
von scardale
Und nochmals Hallo,
hier noch das Bild vom Ring (zweiter von links). Es handelt sich schon um den Ring den ich meinte, ist bei meiner Göttin jungfräulich gut erhalten. Lediglich der Ring auf der Radseite muß neu, ist verbogen und vermtl. auch unterrostet (aber den bekommt man noch).
Gruß
Stefan Sikeler
Re: Alterungsbestaendige Fette für Schwingenlager
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 21:35
von sebastianklaus
Hallo Robert,
ich wollte Dir in keinster Weise zu nahe treten, sondern wollte nur sagen, dass nicht jede Aussage im Reparatur- Handbuch unter den ganz speziellen Bedingungen, unter denen wir 30 bis 40 Jahre spaeter unsere Autos betreiben, immer noch 100 % Gueltigkeit haben muss. Dass man nach dem Befuellen allemal ueber die Manschette streicht und schaut, dass sie nicht platzt, hatte ich als selbstverstaendlich vorausgesetzt.

Etwas bedenklich finde ich die Aussage eines "DS- Spezialisten", der in seiner Werkstatt noch nie diese mutter abgenommen hat... Das zeigt, wie in manchen Werkstaetten DS "restauriert" werden.
Ich habe auch eine der großen Muttern geschrottet, Ihr seid nicht allein

)
Das Demontieren der Radlager funktionierte super-easy, lediglich ein sehr großer dreiarmigen Abzieher zum Herausdruecken der Achse bei gleichzeitigen Gegenhalten gegen den Aussendurchmesser der großen Ankerplatte erwies sich als sehr hilfreich.
Viele Gruesse
Sebastian
Re: Alterungsbestaendige Fette für Schwingenl
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 22:01
von tomsail
Andreas B. schrieb:
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> Hallo,
>
> der Ring mit dem Wulst entspricht keinem Normteil.....
..sag ich doch

mal sehen wie die alten aussehen, notfalls muss ein radialwellendichtring mit zusätzlicher staublippe rein.
@ stefan: ja, genau wir sprechen vom gleichen dichtring. nur "radseite" hat mich verwirrt. ich interpretierte das als "aussen", du als "radlager"

der radlagerdichtring sollte auf jedenfall neu, denn der bekommt richtig drehzahl.
wie habt ihr denn eure muttern geschrottet? 6-kant rundgedreht, oder nur die umstemmung abgebrochen? letzteres ist bei mir auch der fall, drum wird die mutter chemisch gesichert. (loctite mittelschwer) das hält dann recht sicher.
@sebastian: an der ankerplatte abstützen hätt ich mich nicht getraut...mal sehen, ob es auch irgendwie anders geht und wie fest die radachsen drin sind. es geht ja nur um den inneren innenring. der hat allerdings umlaufende last und sollte somit untermaß haben...
immerwieder faszinierend wie der othello aus der schweiz neuteile oder alte lagerware einsetzt:
http://www.citrothello.net/TEK%20BRAS%2 ... S%20DS.htm
grüße
thomas
Re: Alterungsbestaendige Fette für Schwingenl
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 22:31
von scardale
Hallo,
also das Demontieren war bei mir gar kein Problem, Schwinge in der Hand gehalten und mit dem Lederhammer (ja das gibts) /alternativ Kunststoffhammer einige Male auf die Radnabe, fertig. Die Mutter Schwingenseitig hab ich geschrottet nachdem ich die Verstemmung ausgefräst und die Mutter gelöst habe, irgendwie hat sich ein Span dermaßen im Gewinde vernudelt dass die Mutter nicht mehr lief. Ich hab dann später in der Bucht für 5 Euro einen nagelneuen NOS Gewindeschneidsatz erstanden und die Mutter nachgeschnitten, ist jetzt wieder einsatzbereit.
Gruß
Stefan
(kennt vielleicht doch jemand das lghp2 fett von SKF?)
Re: Alterungsbestaendige Fette für Schwingenlager
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 22:40
von sebastianklaus
Hi Tom,
warum denn nicht an der Ankerplatte ansetzen ? Mein Abzieher hat sauber an drei Stellen angesetzt und ich musste keine Gewalt anwenden, die Achsen kamen alle beide ohne weiteres heraus.
Die Mutter der Schwingen- Lagergehaeusebuchse hatte ich dadurch geschrottet, dass ich sie nicht ganz von dem Schwingen- Lagergehauese abgedreht hatte, sonder nur geloest. Da die Lagerbuechse (halt so wie immer) doch sehr fest im Rahmen sass, musste ich da richtig mit Gewalt dran, den Axialdruck hat die Mutter halt nicht ausgehalten. Ich hab zum Glueck nen Schlachtwagen, aber geargert habe ich mich schon, dass ich die mutter so unachtsam kaputt gemacht habe.
Viele Gruesse
Sebastian
Re: Alterungsbestaendige Fette für Schwingenl
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 23:18
von tomsail
hallo sebastian,
mhh...deshalb wollte ich nicht über die lager auspressen, sondern hab erst die schwingarme rausgenommen und dann die lagergehäuse ausgepresst...
bei der ankerplatte hätte ich bedenken, dass ich die verziehe wenn die achse fest sitzt.
@stefan: mhhh span, das ist pech.. was ist denn das für ein gewinde M25x1 oder M25x1,5 ...
ich hoffe, dass die radachsen auch bei mir so leicht rausgehen... werde berichten.
morgen erstmal wieder sandstrahlen und mit dem schweissen am linken schweller beginnen..
dass einige DS-spezialisten diese mutter noch nie gelöst haben, verwundert mich, bestätigt aber doch meine these, dass man selbst mit 35t€ keine DS richtig gründlich vollrestaurieren kann wenn man davon leben muss. bei 50-80€ stundensatz bleiben da einfach zuwenig stunden übrig um jede schraube anfassen zu können.
nochmal zum fett: das was citrothello hat ist genau so ein "radlagerfett" wie man es eigentlich bei jedem schmierstoffhändler bekommt. auch SKF kauft das von zulieferern und lässt etikettieren. viele schmierstoffhändler haben z.b. "fuchs-öl"
http://www.fuchs-europe.de/fette.html deren "RENOLIT LX-PEP 2" (ganz unten in der liste) ist so ein radlagerfett...
grüße
thomas
Re: Alterungsbestaendige Fette für Schwingenl
Verfasst: Sa 5. Apr 2008, 01:09
von scardale
Hallo,
M30x1,5
das LGHP2 ist nicht vergleichbar mit dem Radlagerfett aus der Liste, als Dickungsmittel wird Polyharnstoff eingesetzt, nicht Lithiumseife. Tempraturbereich -40 - 150 GHrad. Und es ist für extrem langen Einsatz ausgelegt, von daher eigentlich genau das Richtige.
Gruß
Stefan
http://www.mapro.skf.com/pub/german/3402g.pdf
Re: Alterungsbestaendige Fette für Schwingenl
Verfasst: So 6. Apr 2008, 01:55
von tomsail
hallo stefan,
OK, lasse mich gerne schlau machen, da hab ich mit dem SKF-Fett wohl schlampig geguckt... ok, das ist was spezielles, aber:
scardale schrieb:
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> ...vermutlich machen wir viel zu viel
> Wirbel um das Fett...
ob ein langzeitstabiles lithiumverseiftes oder ein polyharnstoff-hochtemperaturfett ist glaub ich fast egal.
unsere schwingarmlager haben 35 oder 45 jahre mit einem "low-tec" fett von damals überlebt... nun sollen sie mit aktuellem fett weiterleben.
allein die tatsache dass wir -im gegensatz zu manchem restaurationsbetrieb- das fett in den radlagern und aufhängungen ersetzen, sollte und beruhigen.
drum: ein hochwertiges langzeitfett rein und vergessen...vielleicht in 10-15 jahren mal danach gucken... ihrgendwas braucht man ja zum schrauben
grüße
thomas