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Re: 123 mit Unterdruck beim Solex 34 PBIC
Verfasst: Di 20. Nov 2007, 20:29
von patric
> Wo wurde das erklärt?
HIER
Re: 123 mit Unterdruck beim Solex 34 PBIC
Verfasst: Di 20. Nov 2007, 21:52
von Gerhard Klaus
Dankeschön Patrick!
Hatte ich tatsächlich übersehen. Kann doch mal (trotz Kenntnis der Suchfunktion) passieren.
Schade, dass HUF nicht gleich selbst geschrieben hat, wo er das vor so kurzer Zeit so schön beschrieben hat. Er wollte sicher bloß nicht angeben...
Viele Grüße,
Gerhard
Re: 123 mit Unterdruck beim Solex 34 PBIC
Verfasst: Di 20. Nov 2007, 21:54
von MenrathU
Gerhard Klaus schrieb:
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> *irgendwie denk' ich immer, dann müßte der
> Unterdruckanschluss am Vergaser doch oberhalb der
> Drosselklappe(n) sein, und nicht in der Nähe des
> Fußes. Ein Trugschluss?
Moin Gerhard,
wie sollte denn bei einer solchen Anordnung ein Unterdruck entstehen? Abgesehen von einer minimalen, durch den Strömungswiderstand des Luftfilters verursachten Differenz herrscht oberhalb der Drosselklappe nämlich stets der Umgebungs-Luftdruck.
Re: 123 mit Unterdruck beim Solex 34 PBIC
Verfasst: Di 20. Nov 2007, 22:43
von Hans-Uwe
... kann jetzt erst antworten

Uwe trifft den Nagel genau auf den Kopf. Hier ein anschauliches Beispiel für Unterdruck und Drosselklappe:
Nehm eine normale Fahrradluftpumpe. Haltet mit dem Daumen den Luftauslass zu. Der Daumen ist die Drosselklappe.
Drückt ihr den Luftauslass der Pumpe zu (Drosselklappe=geschlossen=Leerlauf) und zieht den Pumpengriff heraus, entsteht unterdruck im Pumpenkörper. Das entspricht dem Ansaugtakt des Motors. Vor dem Pumpenanschluss herrst Umgebungsdruck, in der Pumpe höchstmöglicher Unterdruck.
Jetzt den Pumpenkolben/Griff zurück und ohne Zuhalten (Drosselklappe= 100% auf) der Pumpenöffnung wieder den Griff herausziehen. Jetzt saugt die Pumpe (fast) ungehindert die Aussenluft ein und es entsteht kein Unterdruck in der Pumpe. Differenzdruck=null. Das entspricht vollgas.
Das erklärt übrigens auch, das ein ausgestellter Motor mit Unterdruckanzeige jetzt seinen höchsten MANIFOLD-PRESSURE hat.
Und deswegen hat auch ein Otto-Motor seinen höchsten Wirkungsgrad bei Vollgas (keine Ansaugwiderstände).
Entschuldigt bitte, dass ich das alles jetzt so hingeschleudert habe. Bin wieder im Zeitdruck.
HUF
PS: Auch nicht korrekturgelesen

Re: 123 mit Unterdruck beim Solex 34 PBIC
Verfasst: Mi 21. Nov 2007, 02:21
von Gerhard Klaus
Hallo,
das hatte ich soweit schon verstanden. Trugschluss - ja. Schön erklärt, danke!
Was ich noch als etwas widersprüchlich verstehe, ist die folgende Passage aus dem anderen Thema, auf das weiter oben verwiesen wurde:
"..... Aus diesem Grund wird der Unterdruckabgriff direkt über der Drosselklappe zwischen Luftfilter und Klappe abgenommen. Die Drosselklappe steuert somit zusätzlich die Unterdruckzufuhr zum Verteiler. Verschliesst sozusagen die Zufuhr zur Unterdruckdose des Verteilers."
Wie ist dieses direkt über gemeint? Der Unterdruckanschluss soll ja darunter liegen...
Viele Grüße,
Gerhard
Re: 123 mit Unterdruck beim Solex 34 PBIC
Verfasst: Mi 21. Nov 2007, 09:00
von Hans-Uwe
Hallo Gerhard,
stelle Dir folgende Situation vor:
Die Drosselklappe ist völlig geschlossen, der Leerlauf wird ausschliesslich über das Leerlauf-Ventil eingestellt. Jetzt sehe von oben auf die Drosselklappe, so dass Du die gesamte Drosselklappen-Scheibe siehst. Jetzt gehe auf die Stelle vom Vergaser, die genau gegenüber der Drosselklappen-Welle liegt. Also 90° zur Wellenachse versetzt. Wenn Du jetzt nur etwas die Drosselklappe öffnest, hebt sich diese Stelle der Klappe an und genau auf der anderen Seite geht sie nach unten.
Wenn jetzt die Unterdruck-Anschlussbohrung unmittelbar über dieser Drosselklappe in Richtung Luftfilter angebracht wird (1mm darüber ?), gehört diese Öffnung/Bohrung zum Aussendruck, gibst Du Gas, hebt sich die Drosselklappe nach oben über die Bohrung und die Ansaugbohrung gehört jetzt zur Motorseite, also zum Unterdruck.
Wird die Drosselklappe nur um > 1mm bewegt, hat es einen eindeutigen Wechsel vom Überdruck zum Unterdruck gegeben. Praktisch betrachtet, ist die Drosselklappe aber immer noch geschlossen.
Die Druckstösse, die im Leerlauf am Grössten sind, werden aber vermutlich von der 123 elektronisch/Software gedämpft/kompensiert.
Grüsse
Hans-Uwe
Re: 123 mit Unterdruck beim Solex 34 PBIC
Verfasst: Mi 21. Nov 2007, 09:34
von Hans-Uwe
... übrigens: Bei vielen Vergasern sind im Leerlaufbereich der Drosselklappe mehrere Bohrungen unterschiedlich angeordnet. Diese sind sehr klein im Durchmesser (0.5 mm?) und werden von der Drosselklappen-Lippe gesteuert. Mit der Lippe ist die Dicke/Schnittkante der Klappe gemeint. Diese muss deutlich dicker als die Bohrungen (0.5mm?) sein. Somit können div. Steueraufgaben übernommen werden.
Das Ganze dient der Anpassung der Motorcharakteristik oder/und des Übergangbereiches von Leerlauf- auf Lastbetrieb.
HUF
PS: Der Begriff STEUERN ist nur sprachumgänglich gemeint. Sonst wird's aufwändig und ich muss leider schon wieder weg.
Re: 123 mit Unterdruck beim Solex 34 PBIC
Verfasst: Mi 21. Nov 2007, 20:19
von patric
Hi,
die genaue Plazierung des Unterdruckabgriffs ist bei der 123 aber nicht so wichtig, weil die Unterdruckverstellung eben erst ab 1500 U/min mit einbezogen wird (siehe oben). Hauptsache deutlich unterhalb der Drosselklappe.
Re: 123 mit Unterdruck beim Solex 34 PBIC
Verfasst: Do 22. Nov 2007, 01:52
von Gerhard Klaus
Habt vielen Dank - das macht es klarer!
Die Übergangsbohrungen (HU) sind mir bekannt. Der PBIC/PBIC2 hat 2 (ca. 1mmm), und der PBIC3 hat 3 Stück.
So interessant das auch klingt - ein Unterdruckanschluss lässt sich bei diesen Vergasern bauartbedingt nicht so hoch anbringen, dass er auch nur in der Nähe der Lippe liegt, egal ob vorne oder hinten. Aber das bezog sich doch sowieso auf den Vergaser, der zum DX4 paßt...
In der Nähe des Fußes jedoch schon (ich hatte oben schon mal ein Bild eingestellt). Um die Sache ohne Anbohren des Vergasers wenigstens testweise zu realisieren, habe ich nun eine Alu-Platte mit Unterdrucknippel, die das Pertinax(?)-Zwischenstück unter dem Vergaser ersetzt (sonst werden die Stehbolzen zu kurz). Mit Papierdichtungen dazwischen müßte das gehen.
Übrigens:
In der Revue Technique Automobile von 9'61 habe ich einen Artikel zur DS19 entdeckt, in dem von einer manuellen Zündverstellungsvorrichtung am Armaturenbrett die Rede ist (siehe Anlage), die Mai'61 abgeschafft wurde.
Erstaunlich... ist das eine seriöse Quelle?
Mich würden ja nach wie vor Fotos von von D-Modellen interessieren, auf denen diese Funktion bzw. ein Unterdruckanschluss am Vergaser zu sehen ist. Laut Handbuch müßten das IDs bis 9'64 sein, da in den Bemerkungen bei der Werte-Tabelle zur Zündzeiteinstellung "Unterdruckdose abgeschlossen" steht.
Hat denn hier wirklich keiner mehr so ein Auto?
Viele Grüße,
Gerhard
Re: 123 mit Unterdruck beim Solex 34 PBIC
Verfasst: Do 22. Nov 2007, 02:00
von Gerhard Klaus
... phorum ist unerbittlich. Ein vergessener Anhang läßt sich per Bearbeiten nicht mehr anhängen. Hier also nachträglich....