Hallo Theo,
um es noch einmal deutlich zu sagen:
Es gibt bei der DS die "innere" und die "äußere" Dichtigkeit. Ich bin sicher kein Fachmann, will aber mal versuchen, die beiden Begriffe hier zu erklären:
Innere Dichtigkeit:
Alle Bauteile der Hydraulik unterliegen einem gewissen Verschleiß, so dass bei einem älteren Wagen der Hydraulikdruck meist nicht so lange gehalten werden kann wie bei einem neueren Wagen oder einem mit gerade überholter Hydraulik. Die mechanischen Bauteile bekommen mehr Spiel, Gummidichtungen werden undicht, die Stickstoffmenge in Federkugeln und Hauptspeicher vermindert sich durch Diffusion durch die Gummimembran etc.
Dadurch fließt bei einem älteren Hydrauliksystem mehr Hydrauliköl über die Rücklaufleitungen in den Behälter zurück als bei einem neuen System. So muss die Hydraulikpumpe häufiger ansprechen, um Druck im HD-Speicher aufzubauen, der Wagen sinkt nach dem Abstellen des Motors schneller ab, unter Umständen geht die Servolenkung schwerer, das Federverhalten wird schlechter (härter) etc.
Wichtigstes Symptom für den "inneren" Verschleiß ist der Arbeitsintervall der HD-Pumpe, wobei die Auffassungen darüber, wann Handlungsbedarf besteht, allerdings differieren. Im Werkstatthandbuch steht, dass im Stand - wenn der Motor im Leerlauf läuft, die Bremse und die Servolenkung nicht betätigt werden und die Federung gleichmäßig belastet wird (wenn der Fahrer also im Auto sitzt, ohne irgendetwas zu tun - die HD-Pumpe nicht öfter als etwa alle 30 Sekunden ansprechen sollte.
Spricht die Pumpe häufiger an, so sollte man nach der Ursache suchen. Heißer Kandidaten sind immer ein neu zu befüllender HD-Speicher oder eine verschlissene Servolenkung.
Äußere Undichtigkeit:
Darunter versteht man jedes Austreten von Hdraulikflüssigkeit aus dem Hydrauliksystem. Das sollte es eindeutig nicht geben, wenn auch in der Erinnerung vieler Mitmenschen die DS angeblich immer am "Tropfen" war.
Wenn der Wagen tropft, liegt immer ein Defekt vor, dem man schnellstmöglich nachgehen sollte. Es gibt allerdings dann natürlich Defekte, bei denen ein schneller Handlungsbedarf besteht (z.B. eine korrodierte HD- oder eine beschädigte Rücklaufleitung) und andere, mit denen man zur Not ein paar Tage (nach Ansicht mancher DS-Fahrer auch länger) leben kann (z.B. eine undichte Federzylinder-Rücklaufmanschette, eine undichte Servolenkung etc.). Und natürlich gibt es Defekte, die sich schnell und kostengünstig beheben lassen (Rücklaufmanschette) und andere, die ziemlich ins Geld gehen können (Servolenkung

).
Wenn Du meinst, dass bei Deinem Wagen die Lenkung undicht ist, hier kurz die Kriterien: Der Lenkkopf in der Lenkstange (das ist die Verdickung, die mit einer grünen Gummimanschette verkleidet ist) darf etwas Hydrauliköl ausschwitzen, er sollte aber nicht tropfen. Und auf dem Getriebe unterhalb des Kühlervertilators und der Riemenscheibe sollte keine Flüssigkeit stehen.
Eine Undichtigkeit in dem Ausmaß, wie Du sie beschreibst, ist meiner Meinung nach nicht tolerabel, denn der Wagen tropft ja nicht nur im Stand, sondern auch während der Fahrt, und dann wahrscheinlich unter Belastung des hydraulischen Systems noch deutlich stärker als in der Garage.
Es gibt hier im DS-Club oder in seinem Umfeld Leute, die verschlissene Servolenkungen fachgerecht überholen und neu abdichten (Götz Bollmann, Ulf Petermann), und bei den einschlägigen Teilehändlern (Sassen etc.) bekommts Du überholte Lenkungen im Austausch. Diese Austauschlenkungen werden allerdings - nach allem, was man hier im Forum hört - im Ausland ziemlich übel aufgebohrt und wieder zusammengebraten und haben nach meiner eigenen Erfahrung nur eine begrenzte Lebensdauer (2 Jahre), so dass die Variante der fachkundigen Überholung langfristig gesehen wohl die bessere ist.
Du solltest Dich allerdings zuerst einmal definitiv vergewissern, woher das bei Deinem Wagen austretende Hydrauliköl kommt...
Gruß und schöne Pfingsten,