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Re: Federkugeln

Verfasst: Fr 25. Nov 2005, 09:35
von Christoph
Hallo Hansjörg,


ich würde das auch selbst machen. Ich habe vor 2 Jahren überholte Kugeln gekauft, damals schon die "Körnerabdrücke" gesehen, die von einem Werkzeug wie Jack es gezeichnet hat stammen müssen. Als ich dann letztens sah, daß es jetzt bei Sassen die Membranen einzeln gibt, hab ich mir vorgenommen, meinem Bremsdruckspeicher damit bei Gelegenheit zu überholen.
Ich werde (frühestens im Sommer) zwei solcher Werkzeuge anfertigen: Eines genau wie Jack´s Zeichnung (vielleicht mit zwei Griffen gegenüberliegend), und eines das man in den Schraubstock einspannen kann, mit dem man dann die Kugel festhält.

Ich halte das Gewinde für nicht so empfindlich, es ist zwar nominell ein Feingewinde, aber es hat trotzdem mehr als zwei Millimeter Steigung, was nicht so empfindlich ist. Es ist ein Sägezahngewinde.
Natürlich muß man die Dichtflächen überprüfen, und die Membran sorgfältig einsetzten, und wahrscheinlich geht sie kaputt wenn man die Kugel zu fest zuschraubt, sie wird dann trotz Schmierung "zerrieben". Aber wieviel Nm "zu fest" ist weiß man nicht. Das ist der Vorteil der professionellen Überholer.

Vielleicht kann Dirk Sassen dazu einen Angabe machen. Schließlich verkauft er die Membran.

Und das sie Dir um die Ohren fliegen ist ausgeschlossen, wenn Du vorher den Befüllnippel entfernst, und sicher stellst, daß die wirklich leer ist indem Du einen Schraubenzieher reinsteckst, und die Membran fühlst, oder reinleuchtest und tatsächlich die Membran siehst. Aber ich denke das ist Dir klar, das nur weil Bernhard dich davor warnte.


Grüße,
Christoph

Re: Federkugeln

Verfasst: Fr 25. Nov 2005, 09:55
von Georg
Hallo,

Dirk Sassen erklärte mir, er gebe die Kugeln (die Altteile, die er für überholte geschraubte einsammelt) außer Haus. Ich habe 3 Kugeln für LHS von ihm bezogen, 2 haben am Gewinde der zwei Halbkugeln geronnen... die Abdichterei dürfte also wirklich nicht trivial sein.

Außerdem gibt's auch Lenkungs- und Pumpendichtsätze, verkauft werden sie wohl aber nicht so häufig, wie die Fragen im Forum bestätigen.

Ich würde es mal probieren, hätte ich mehr Zeit, da die geschraubten Kugeln mit der Logistik des Zurückschickens der AT ziemlich teuer sind, andererseits muß man das Risiko abwägen, wenn man eine Kugel zerstört ist das AT auch zu bezahlen... Grundsätzlich gilt: ausprobieren.

Ciao Georg

Re: Federkugeln

Verfasst: Fr 25. Nov 2005, 10:15
von Hansjörg
Liebe Leute, DANKE

Irgendwie habt ihr alle recht. Speziell auch Martin mit der Feststellung >>Bei dem Preis für die Kugeln lohnt sich das Ganze nicht, falls du nicht gerne einfach nur mal experimentierst>Ich stellte fest, dass ein vorderer Federzylinder am Auto hinten montiert war. (Fehlende gefräste Fläche am Zylinder) Es wird ja einen Grund haben, dass es vordere und hintere Federzylinder unterschiedlicher Bauart gibt, trotzdem, was spricht dagegen, den vorderen wieder hinten einzubauen?<<

Ich melde mich, wenn die Ueberraschungseier offen sind.
Ganz herzlichen Dank
Hansjörg

Re: Federkugeln

Verfasst: Fr 25. Nov 2005, 10:24
von Jürgen
Hallo Hansjörg,

bei der Limo ist die Abflachung fast der einzige Unterschied zwischen den vorderen und den hinteren Federzylindern. Die vorderen haben zwei Einsenkungen für die Halteschrauben, die stören hinten nicht weiter, die Abflachung läßt sich auch einfach mit einer Feile herstellen, man kann also problemlos vordere hinten verwenden. Die hinteren Federzylinder sind oft stark vergammelt, ich habe schon mal einen durchgegammelten gesehen, vorne sind sie geschützter eingebaut, da sind sie in der Regel deutlich besser erhalten.
Die hinteren Break-Fedrzylinder haben einen größeren KolbenØ, da kann man leider nicht tauschen.

Re: Federkugeln

Verfasst: Fr 25. Nov 2005, 10:28
von Hansjörg
Gruezi Jürgen
Na wer sagt's denn. Noch klarer kann eine Antwort kaum sein. Ich nehme die Feile und sage bei jedem stoss danke Jürgen.

Hansjörg

Re: Federkugeln

Verfasst: Fr 25. Nov 2005, 10:33
von Jürgen
Hallo Hansjörg,

eine geringe Menge Hydrauliköl auf der Gasseite der Federkugel ist bei gebrauchten Kugeln normal, in Betrieb diffundiert etwas Öl durch die Membran, diese muß nicht unbedingt defekt sein. Ich habe viele solche Kugeln einfach wieder befüllt, sie haben dann wieder funktioniert.
Auch ohne Gasdruck sollte die Membran durch ihre eigene Elastizität auf der Federzylinderseite liegen, man kann das mit einem dünnen Kupferdraht durch das zentrale Dämpferloch prüfen, und die Metallverstärkung sollte in der Mitte sein, mit einem Draht durch das Füllloch fühlbar.
Wenn die Membran irgendwo in der Mitte herumschlabbert, ist sie hin.

Re: Federkugeln

Verfasst: Fr 25. Nov 2005, 16:15
von Helmut
Hallo Hansjörg ,
beim Kugeltausch vorne nach hinten sind nicht nur unterschiedliche Fülldrücke,
sondern auch die Stossdämpfer anders.
http://www.clutches-brakes.com/spheres.pdf
oder tauscht du die nicht mit ?geht das überhaupt?

ciao
Helmut

Re: Federkugeln

Verfasst: Sa 26. Nov 2005, 12:16
von Hansjörg
Gruezi Helmut

Beim Einsatz von vorne nach hinten geht es NUR um den Zylinder. Alle anderen Teile und Drücke etc. entsprechen der hinteren Bauart.
Hansjörg

Re: Federkugeln

Verfasst: Mo 28. Nov 2005, 10:35
von Michel Karrer
Hallo zusammen
Ich hab's schon mal gemacht: Membran ersetzt.

Die einzige Schwierigkeit, ist die Kugel in den Schraubstock einzuspannen. Dafür habe ich mit einer Feile zwei parallele Aussparungen in dem gewölbten Teil der kleineren Halbkugel geschliffen. Hier können dann die Backen des Schraubstocks greifen.
Die grössere Hälfte kann mit einer starken Kettenzange und ordentlichem (über 1 Meter lang) Hebel aufgeschraubt werden.

Die Reste der alten Membrane werden entfert (ekelhaft...), alles peinlichst gereinigt, die neue Membran eingesetzt und die Kugel wieder zusammengeschraubt.

Anzugsmoment: so stark wie möglich

Nach einem Jahr war kein Druckverlust zu messen

Fazit: es ist möglich, für Leute die gerne experementieren ist es sogar spannend

Gruss
Michel

Re: Federkugeln

Verfasst: Mo 28. Nov 2005, 11:29
von Hansjörg
Gruezi Michel
E voilà, geht doch. Schön dass wir nun schon zwei Experimentierfreudige sind. Speziell der Anschliff auf der kleineren Halbkugel ist eine gute Idee, man braucht dabei auch viel weniger Kraft am Schraubstock einzusetzen, da die Kugel nicht mehr dreht. Wie wäre es, Loctite (Dichtigkeit) beim Zusammenbau zu verwenden? Hast Du oder jemand anders Erfahrung damit?

Gruss
Hansjörg