Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

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Pit
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Registriert: Fr 17. Jan 2003, 18:39

Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

Beitrag von Pit »

Hallo Ralf,
da ich bei meiner DS immer noch am INtervall von ca. 7s herumdoktere eine Frage:
Was bedeutete bei dir "Pumpe platt" ?
Was hat die Pumpe mit dem Intervall zu tun? (Nicht die Laufzeit der Pumpe sondrn die "nicht lauf Zeit".
Oder meintest du "Druckspeicher platt" ?
pit
...hannes
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Registriert: Fr 20. Mai 2005, 21:07

Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

Beitrag von ...hannes »

Wie ich schon erzählt habe, liegt mein Intervall TROTZ nicht ganz dichter Hydraulik ganz deutlich über den genannten 30 Sekunden. Statt mit dem Verkäufer um den Wortlaut zu feilschen finde es wesentlich wichtiger, die Peripherie der wichtigsten hydraulischen Komponenten (zweckmäßigerweise mittels Taschenlampe im dunklen Motorraum) genau durchzuchecken, ob irgendwo LHM-Tropfen/Pfützen vorhanden sind, wo sie nicht hingehören. Interne Undichtheiten kann man allerdings nur aufwendig, durch Messung der Rückläufe, ausschließen. Die vertragliche Zusicherung einer fachgerechten Durchführung allfälliger Schweißarbeiten (erkennt man oft nicht auf "einen" Blick) oder eines umfassenden Hohlraumschutzes halte ich dagegen sinnvoll, so wie man auch alle mündlichen Qualitätsversprechen etc. protokollarisch festhalten sollte, um
im Fall einer arglistigen Täuschung durch den Verkäufer eine gewisse Handhabe (zB. für eine Vertragsannullierung) zu besitzen.
Thorsten Graf

Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

Beitrag von Thorsten Graf »

Hallo,

ich glaube, ich habe das etwas verkürzt dargestellt: es geht nicht um eine DS "gekauft wie gesehen", sondern um den Fall, dass ich den Auftrag für eine komplette Restauration erteile mit dem Ziel, einen Zustand Classic Data von mindestens 2 zu erreichen. Es ist offenbar schwierig, innere Undichtigkeiten aufzudecken. Andererseits möchte ich mir aber einen gewissen Mindeststandard in Bezug auf die Hydraulik sichern, bevor ich den Vertrag unterschreibe. Ich dachte daher, dem ganzen über die Krücke "Arbeitsintervalle" etwas näher zu kommen.
Es geht mir also nicht darum, akute Ausfälle von Hydraulikteilen abzudecken, obwohl auch diese wahrscheinlich abgesichert sind: wenn im Zuge der Restauration die Hydraulikpumpe geprüft und ggfs. erneuert wurde und dann innerhalb der 1 Jahr Gewährleistung ausfällt, dürfte wohl ein Anspruch auf Austausch bestehen.

Es geht mir eher darum, einen Mindeststandard für die äußere und vor allem innere Dichtigkeit zu definieren. Das kann man mit vernünftigem Aufwand wohl nicht direkt (Messung von Rücklaufmengen scheinen nicht praktikabel), sondern nur indirekt über die Arbeitsintervalle der Pumpe.

Gruß,
Thorsten
patric
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Registriert: Fr 1. Mär 2002, 21:47

Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

Beitrag von patric »

Hallo,

...also Citroën hält die 30 sec. für aussagekräftig:
Wagen in Normalstellung, Motor laufen lassen, warten, bis der Druckregler abschaltet und nun von diesem Moment an die Zeit messen, bis die Hochdruckpumpe wieder mit Geräusch arbeitet.Setzt die Hochdruckpumpe unter 30 sek. ein, so liegt ‘ein innerer Druckverlust in der Anlage vor; liegt die Zeit über 30 sek., so ist der allgemeine Zustand befriedigend.

Quelle:Hydraulik-Kontrolle D-Modelle ab Dez. 67 ohne Manometer
Gruß
patric
Thorsten Graf

Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

Beitrag von Thorsten Graf »

Hallo Patric,

danke für den aussagekräftigen Hinweis.

Das ist genau die Aussage, die ich benötige!

Gruß,
Thorsten
Georg
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Registriert: Mo 6. Jun 2005, 09:16

Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

Beitrag von Georg »

Hallo Thorsten,

wenn Du die max. erforderliche Lenkkraft im Stand auf so und so rauhem Asphalt in den Auftrag reinnimmst bzw. die Zeit, wie lange eine DS nicht absinken bzw. die rote Hydraulikkontrolle nicht leuchten darf, hast Du wohl eine bessere Basis für einen Auftrag als das Arbeitsintervall.
Man bedenke auch (ad patric), dass man die Zeit zwischen den Arbeitsintervallen beliebig verlängern kann, wenn man den Abschaltdruck auf 190 bar, den Einschaltdruck aber auf 125 bar legt. Nur wird dann die Lenkung zur "Blutdruckservo"...

Gruß Georg
Thorsten Graf

Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

Beitrag von Thorsten Graf »

Hallo Georg,

dann stellen sich die nächsten Fragen: wie lange sollte eine DS nicht absinken bzw. die rote Hydraulikkontrolle nicht leuchten?

Vielleicht wäre es einfacher, Vorgaben für den Abschalt- und Einschaltdruck zu definieren. Wie hoch sind da die Normwerte?

Gruß,
Thorsten
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Stephan J.
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Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

Beitrag von Stephan J. »

Na, da bin ich ja jedenfalls froh, dass ich mit meinem (geschätzten bzw. geratenen) Wert von 30 Sek. nicht völlig daneben gelegen habe. Ich war schon etwas in Sorge, dass nach dem Wocheende ein Wasserfall des Widerspruchs und der Entrüstung auf mich niedergehen könnte...

Gruß,
Stephan J.
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Georg
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Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

Beitrag von Georg »

Hallo Thorsten,

ich muß mit der (etwas lakonischen?) Anmerkung von Miachel übereinstimmen, Du beginnst mit sehr detaillierten Fragen, die im Vergleich zu Öldruck-, Thermik- und Rostschäden relativ leicht zu beheben sind. Du hast sicher recht, eine Grenze für Gewährleistungsanspruch fest zu legen. Die Beantwortung der Fragen ist vielfach dogmatisch...
Einschalt- und Abschaltdruck sind mit 140-150 bar bzw. 165-175 bar in den Reparaturanleitungen vorgegeben (siehe Link).
Einstellungen von 150 und 175 bar ergeben einen höheren Mitteldruck für z.B Lenkung als 135-175 bar, wobei die Pumpe im zweiteren Fall seltener arbeiten muß.

http://www.citdoks.de/anleitung.php?cr_id=74
Götz Verified
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Registriert: Mo 18. Nov 2002, 20:51

Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe

Beitrag von Götz Verified »

Hallo,

jetzt juckts mir zu sehr in den Fingern.

Ich stell Euch ein Auto mit miserabler Hydraulik hin und Schaltzeiten der Pumpe von ca. 30sec. Will sagen die Schaltzeit sagt recht wenig aus. Es gibt z. Bsp. auch Aussagen von Seiten der Hersteller, dass der Motor eines Autos nicht mehr als einen Liter Öl auf 100km verbrauchen darf. Ich hatte mal so einen Motor in einem BX. Da waren die Büchsen und Kolben kernschrott. Aber der Motor lag noch unter dem Wert, den Citroën als Grenzwert angab. Damit wollte man mir die Gewährleistung verweigern.
Also mein Vorschlag für den Fall einer Auftragsvergabe einer Restauration einer DS: (man mach ich heut schei... Sätze)
Die Hydraulikkomponenten sind von einem Fachmann zu reinigen und zu überholen. Am bsten einen Fachmann seines Vertrauens benennen. Zum Beispiel Hr. Petermann oder mich ;-)
Das Hauptproblem sind nämlich der Dreck und die verhärteten Dichtungen in den einzelnen Komponenten. Wenn die Anlage jetzt noch zufriedenstellend läuft ist das keine Gewähr, dass sie das in einem Jahr auch noch macht. Wenn ich aber jede Komponente mir von innen angesehen, gereinigt, evtl. neu abgedichtet und geprüft habe (auf der Prüfbank) bin ich in der Lage eine definitive Aussage zu treffen. Deshalb bekommt jeder von mir auf Wunsch einen bebilderten Prüfbericht ausgehänigt.

hydraulische Grüße

Götz
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