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Re: Hydraulik Rücklaufleitungen

Verfasst: Do 6. Okt 2005, 11:55
von Bernhard(Süd)
Hallo,

Tip: Dünne Druckluftleitungen sind ebenfalls aus Nylon (welches??). Erhältlich bei Gummigroßhandlungen wie z.B. Gummi-Reiff oder im LKW-Zubehör. Meines Wissens gibt es sie ab 6 mm Außendurchmesser und in diversen Farben.

Die Leitungen sind benzinbeständig und "halbsteif", also in weiten Radien biegsam (was den Vorteil hat, daß sie sich nicht wie Gummileitungen sofort zu Spirälchen zusammenrollen, wenn man sie in einen Hohlraum schiebt).

Inwieweit sie aber dauerhaft(!) LHM- oder gar LHS-beständig sind...?

Grüße: Bernhard.

Re: Hydraulik Rücklaufleitungen

Verfasst: Do 6. Okt 2005, 15:46
von Christoph
Hallo Hansjörg,


ich würde das mit den PTFE Schläuchen nicht machen: PTFE ist weich und wenig widerstandsfähig, man kann es problemlos mit dem Fingernagel ritzen. Wenn so eine Leitung irgendwo eine Blechfalz berührt, dann ist sie nicht langlebig. PTFE Schläuche sind für etreme Temperaturen oder extreme Chemikalien. Das können sie besser als andere, aber die Aufgaben des Rücklaufschlauches können sie schlechter als andere. Auch was das Kleben angeht, bin ich hier noch skeptischer als bei PA. Sicher gibt es einen Kleber dafür, aber welche Klebefestigkeit erreichtst Du damit? Hat Dir das der Informationsdienst auch gesagt? Ich kenne kein Material was schlechter zu verkleben ist, hängt irgendwie mit der Oberflächenaktivität des Stoffes zusammen, der Kohäsion oder Adhäsion auf ein Minimum bringt. Deshalb aber auch die guten Gleiteigenschaften des PTFE. Das nur so allgemein, genaueres findet man sicher im web.

Wenn Du dann die überall verfügbaren PA Schläuche vorziehst: Wenn Du sie kleben willst, wie original, dann würde ich auf den Link von Andreas B. zurückgreifen, oder sonstwo PA Kleber suchen. Grundsätzlich sollten die Kleber ja mindestens so gut sein wie vor über 30 Jahren (es sein denn, der damalige Kleber war gut, ist aber mittlerweile verboten; wenn ich mich recht entsinne, sind dazu Vorsichtshinweise im Rep.Handbuch). Sehr wichtig ist das aufrauhen der Klebestelle: Am besten in diesem Fall nicht in Schlauchlängsrichtung, sondern tangential, sagt man so? Auf jeden fall sollten durch das Aufrauhen Riefen entstehen, die um den Schlauch laufen. Die Innenseite des anderen Stückes nicht vergessen.

Was ich machen würde, auch der Einfachheit wegen: Ich würde den PA Schlauch mit Wärme bördeln, ähnlich wie die Hydraulikleitungen. Ich könnte mir vorstellen, das es ganz gut geht, wenn Du zwei Stücke eines Rohres nimmst, in das der Schlauch gerade reinpasst. Dann steckst Du die beiden Rohre auf den Schlauch mit einem Spalt zwischen beiden der dort ist wo Du die Bördelung willst. Jetzt Heißluftfön oder sonstwas drauf, der Schlauch wird geschützt durch die Rohre erstmal da weich wo er frei liegt. Schlauch vorsichtig stauchen, Bördelung fertig. Vielleicht wird das Ergebnis besser wenn Du Innen in den Schlauch noch eine passende Metallstange steckst.
Im Gegensatz zum aufgeklebten Schlauchstück hat die Bördelung runde Kanten, aber ich glaube nicht daß sich diese Schauchenden dann leicht aus den Gummimanschetten rausziehen.

Grüße,
Christoph

Re: Hydraulik Rücklaufleitungen

Verfasst: Do 6. Okt 2005, 17:53
von Hansjörg
Hallo Christoph

Danke für Deine Einschätzungen. Ich befürchte jedoch, dass Du PTFE (Teflon) mit irgend etwas anderem verwechselst. Meine PTFE Leitungen haben Aussendurchmesser von 6 und 8mm, mit einer Wandstärke von je 1 mm, sind relativ hart und bewiesenermassen gegen "alles" beständig. Ich meine schon, dass es die "richtige" Wahl ist. Laut Datenblatt von Loctite 406 sollte die Klebefestigkeit sehr gut sein. Um sicher zu sein werde ich logischerweise Klebveruche machen. Die Wärmebördelung mit PA bleibt vorbehalten.

Danke und gruss
Hansjörg

Re: Hydraulik Rücklaufleitungen

Verfasst: Do 6. Okt 2005, 21:06
von Christoph
Hallo Hansjörg,


ich meinte schon Polytetraflourethylen, landläufig Teflon genannt. Hat eine für einen Kunststoff auffällig hohe Dichte (2,2g/ccm; das fällt einem sofort auf, wenn man größere Teile daraus in der Hand hat), ist unbrennbar und fühlt sich wachsartig an.
Allerdings habe ich nichts mit Schläuchen aus dem Material zu tun. Nur mit Vollmaterial und Gleitlagern daraus.
Vielleicht werden die Schläuche aus einem leicht modifizierten PTFE hergestellt (so wie es PA 6 und PA6.6 und was weiß ich noch gibt), um genau die Festigkeitsprobleme zu lösen.
Alldings spricht dagegen, daß die Lager die man aus PTFE herstellt, immer an einem Problem kränkeln: Verglichen mit anderen Lagerkunststoffen sind sie weich, man darf sie nicht so hoch belasten, sonst gibt es Abdrücke. Um die Härte in solchen Fällen zu erhöhen mischt man Glasfaserschnipsel, und manchmal, wenn ich mich recht erinnere Kohlenstoff, ins PTFE.
Falls es festere PTFE-Modifikationen gibt, dann hätte ich erwartet, daß man sie auch für solche Lager verwendet. Und auch schon für manche Konstruktionen eingesetzt.

Aber das ist nur meine Meinung, ich will Dich nicht hindern. Ich laß Dich auch jetzt in Ruhe damit:-)


Grüße, Christoph

Re: Hydraulik Rücklaufleitungen

Verfasst: Fr 7. Okt 2005, 00:14
von Robert Kruse
Liebe Gemeinde,

mal unabhängig von der Kunststoffdiskussion - ich habe die Leitungen immer bei Dirk Sassen gekauft und sie halten - scheinen mir die Ringe auf den Originalleitungen nicht aufgeklebt zu sein, sondern irgendwie bei der Fabrikation erzeugt. Da ich sie nicht nachbilden konnte, habe ich die Leitungen einfach so da reingestopft, wo sie reingehören und sie sind da bisher immer verblieben. An den Federzylindermanschetten kommt ja eh ein Ligarexband drum und die dünnen Leitungen halten in den Gummiröhrchen auch ganz gut.

Grüsse
Robert

Re: Hydraulik Rücklaufleitungen

Verfasst: So 9. Okt 2005, 20:45
von andreas heene
Hallo Jungs,

hier mal die Anleitung zum NAchfertigen der Leitungen, was ich für den Citroën Sm schon für meine beiden gemacht habe.

1) Leitungen kauft man bei der DEUTSCHE TECALEMIT, die haben Stützpunkthändler in jeder größeren Stadt. das zeug ist Industrieware und kostet nur wenig.

2) man muß die Durchmesser aus den Leitungslisten raussuchen und Meterware bestellen. Wichtig, dass man die Härte WF (oder wars Wnf?) bestellt. Also nicht die harte Qualität, sondern die tranparente, weichere.

3) Auch die Durchmesser bestellen in geringerer Länge, die man benötigt für die kleinen Endringe, die sind nicht aufgebördelt, sondern tatsächlich als Ringe aufgesteckt.

4) Hat man alles, Strippe ablängen mit scharfem Cutter. Dann die Enden, die Ring erhalten sollen, mit dem Cutter leicht zum Ende hin anschaben, NICHT MIT SCHLEIFPAPIER, denn das lässt Schleifstasub zurück, und der in den Leitungen und Korrektoren- na ja, wer´s halt mag!?

5) Dann den abgeschnittenen Ring mit kleiner Rundfeile innen aufrauhen und aufs Ende stecken und in Position bringen, so dass man ihn zur Endposition noch etwa 3mm schieben muß. Dann Sekundenkleber (LOCTITE SUPER ATTAK geht am besten) auf die Kante Ring/Leitung und den ersteren sofort unter leichter Drehbewegung mit Zange in Endposition schieben. geht mit etwas Übung und bapperten Fingern immer. Trocknen lassen- feddich!
Aber der kleine Ring darf vor dem bappen nicht locker sitzen, sondern stramm, bitte nicht vergessen

Grüße aus der SM- Szene.

Andreas Heene

(PS: Wir bauen alles nach!