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Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Fr 12. Aug 2005, 07:27
von Georg
Hallo,
dem von Robert Gesagten ist nichts hinzuzufügen. Obwohl, ich nehme an, Pit, Du hast Deine 3 Annahmen durch Messungen hinterlegt? Ein- und Abschaltdruck ändern sich nach dem Einstellen üblicherweise für längere Zeit nicht mehr, wohl aber verlieren auch "Neu"teile der Kugeln oft rasch wieder den Druck. Miß einfach nochmal, ob da alles stimmt.
Zu den Original-Citroën-Neuteilen Folgendes: habe beim bekanntesten Teilehändler ein NEUES Bremsventil und einen NEUEN vorderen Höhenkorrektor erstanden, da mir die überholten Teile nicht gut genug für diesen endlich zu beschließenden Kampf mit den Leckagen war. Was soll ich sagen, ich ziehe bei Bremsventil oder Korrektor die Pass-by-Leitung ab und es tropft. Nicht viel, aber immerhin.
Ich selbst habe vor, wieder mal komplett bei 0 anzufangen und systematisch den Druckverlust aller Komponenten zu messen und beim höchsten Verlust anzusetzen.
Ciao Georg
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Fr 12. Aug 2005, 10:02
von Pit
Hallo Robert,
so weit war ich vor ca. 1,5 Jahren. Da dachte ich, kauf halt doch einen neuen Regler + Speicher. Den alten Speicher habe ich dann gemessen, er hatte 60bar. Der Wechsel auf neuen Regler und Speicher hat auch leider überhaupt nichts verbessert. Die Druckeinstellung des neuen Reglers habe ich allerdings nicht nachgemessen. Ich gehe davon aus, dass Regler und Speicher halbwegs gut sind. Beim Öffnen der Druckablassschraube zischt es jedenfalls.
Meine Hauptfrage immer noch: Worauf läßt der Unterschied Mitte, Anschlag schließen? Götz meint mittlere Dichtung des Arbeitskolbens. Oder doch die Ventile oder der Lenkkopf wie Georg vermutet?
Wer weiß mehr?
Pit
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Fr 12. Aug 2005, 16:06
von patric
Hallo,
also warum der Differenzdruck Ausschlaggebend für die Dichtigkeit zwischen den Arbeitsräumen des Arbeitskolbens ist (wenn ich Götz richtig verstanden hab')- kann ich nicht so recht verstehen. Der Dichtung dürfte es doch wohl egal sein ob sie von rechts, links oder von beiden Seiten zusammengedrückt wird. In der Ruhestellung ist der Differenzdruck nahe 0 aber die Dichtung bekommt von beiden Seiten 60-80 bar auf die Backen. Für mich bedeutet das, daß die Dichtung mit 120-160 bar gequetscht wird. Und bei Volleinschlag dann halt einseitig mit 140-180 bar.
Als Ursache für Pit's Beobachtung das der Druckverlust bei Volleinschlag nachläßt könnte ich mir eine ausgenudelte Zylinderwandung des Arbeitskolbens vorstellen. Um die Mittelstellung herum dürfte die Wandung stärker abgenutzt sein als an den Rändern. Daß die Dichtung in der Ruhestellung mit etwa 20-60 bar geringerem Druck gequetscht wird als bei Volleinschlag (s.o.) könnte dann ein Übriges tun. Gegen diese Theorie spricht allerdings, wie Pit ja schon schreibt, daß der Rücklauf in Ruhestellung der Lenkung nicht geöffnet ist (wenn ich das richtig verstanden habe) - die Flüssigkeit also eigentlich nirgendwo hin kann.
Hast Du denn mal den
Rücklauftest gemacht Pit ?
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Fr 12. Aug 2005, 16:11
von Götz
Hallo Pit und alle anderen,
nochmal: eine intakte und dichte Lenkung darf keinen Unterschied in der Schaltfrequenz der Pumpe zeigen ob sie in der Mitte steht oder mit Druck am Anschlag. (eher in der Mitte längere Schaltzeit als bei voll geöffnetem Steuerventil) In der Tat ist die Frequenz bei ausgeschalteter Lenkung nicht üppig (ca. 40sec) aber auch nicht so schlecht. Aber mit eingeschalteter Lenkung auf 8sec. ist eindeutig und definitiv die Lenkung defekt! Und zwar die Dichtung auf dem Arbeitskolben. Das hat nichts mit Steuerventilen oder den Schleifringen zu tun. Kein wenn und aber! Es tut mir leid das ich das so knallhart sagen muss. Da werde ich dann wie HUF; es gibt nur eine Wahrheit.
manchmal energisch grüßt Götz
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Fr 12. Aug 2005, 16:20
von Götz
Hallo Patric,
Du warst etwa zeitgleich mit Deinem Beitrag wie ich.
Wenn der Arbeitskolben am Anschlag ist, ist natürlich auch der Arbeitszylinder am wenigsten verschlissen das macht auch viel aus. In der Mittellage ist die Zylinderwand durch den Verschleiß ziemlich blank poliert. Mit neuen Dichtungen wird aber der Verschleiß des Zylinders egalisiert.
Schon wieder ganz sanft grüßt Götz
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Fr 12. Aug 2005, 16:31
von Götz
Noch was,
habe auch schon einige NOS Teile nach leichtem Gebrauch (so nach 3-5Jahren) begutachtet. Ich war auch überrascht, dass diese Teile sich kaum von den 30-40 Jahre alten ständig im Gebrauch gewesen Teilen unterscheiden. Will sagen: die "Undichtigkeit" ist schon deutlich messbar gewesen. Also die Dichtungen sollten auch bei NOS Teilen erneuert werden und der Hauptverschleiß geschieht gleich am Anfang so fern man sein Hydrauliksystem sauber hält. Der Abrieb muss raus aus dem System!!!!
Grüße Götz
es gibt nur eine Wahrheit
Verfasst: Fr 12. Aug 2005, 20:21
von patric
Hallo Götz,
> zu tun. Kein wenn und aber! Es tut mir leid das
> ich das so knallhart sagen muss. Da werde ich dann
> wie HUF; es gibt nur eine Wahrheit.
Wow! Diese Seite war mir neu an Dir. Ich habe schon bei Deinem Leidensgenossen nie verstanden warum man als Hüter der Wahrheit immerzu aus der Haut fahren muß, nur weil andere Fragen haben und ihre Sichtweise zur Diskussion stellen.
Die Leute wollen doch nur dazulernen ist das denn so schlimm?
Ich fänd es wirklich schade, wenn Du uns hier mit "die Dichtung ist hin und basta." abspeist, ohne uns an Deinem Wissenschatz über die Lenkungsdetails teilhaben zu lassen. Versuch doch bitte ein paar der Fragen zu beantworten.
Ich glaube es gibt hier niemanden der sich so intensiv damit befasst hat - also: Gib uns mehr !
Re: es gibt nur eine Wahrheit
Verfasst: Fr 12. Aug 2005, 21:03
von Pit
Hallo,
zu der Theorie der in der Mitte mehr abgenutzten Lenkung noch ein Messwert, den ich vergessen hatte anzugeben:
Lenkung nahe Volleinschlag bei losgelassenem Lenkrad: 8s also wie in der Mitte.
zu Götz: " und zwar die Dichtung am Arbeitskolben" Womit begründest du diese Aussage? Eine Wahrheit muss doch bewiesen werden! Entweder durch Theorie oder auch durch Experiment. Hast du bei einer Lenkung mit diesen Symptomen mal nur die Dichtung auf dem Arbeitskolben gewechselt und damit den Schaden behoben?
Bitte erklär es einem unwissenden!
pit
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Fr 12. Aug 2005, 22:36
von Götz
Hallo Pit und Patric,
sorry für meine energische Haltung.
Also ich denke jeder kann mir folgen, wenn ich sage die Lenkung hat ein großes Flüssigkeitsbedürfnis.
Ich kann Euch von meiner Erfahrung berichten, dass alle Lenkungen die ich bisher abgedichtet habe, diese Art innere Undichtigkeit zeigten. Mal mehr mal weniger. Nach dem Abdichten war bei allen diese Undichtigkeit verschwunden. Schon von daher kann man davon ausgehehn, dass es nicht mit den Steuerventilen selbst zusammenhängt, denn die haben ja keine Dichtungen. Wenn ich nun einen Arbeitskolben neu abdichte und den dann an die alte Lenkung anbaue ohne was an der Steuereinheit zu verändern ist diese Art von innerem Druckverlust schon behoben. Damit ist bewiesen, dass es an der mittleren Dichtung auf dem Arbeitskolben liegen muss. Denn an keiner anderen Stelle ist ein derartiges Leck möglich. Auch wenn man den alten Kolben aus dem Zylinder holt merkt man keinerlei Vorspannung der Dichtung mehr. Wenn man nun neue Dichtungen einbaut und Kolben und Zylinder ohne Spezialwerkzeug versucht zusammen zu schieben dann erlebt man sein blaues Wunder weil sofort die Teflondichtung zerstört ist. Die Vorspannung der Gummidichtung ist immens. Auch geht nach der Neuabdichtung die Lenkung, ohne eingebaut zu sein, erhblich schwerer als vorher. Daran merkt man schon, dass zwischen der linken und der rechten Kammer keine ordentliche Abdichtung mehr möglich ist. Und wenn ich eine olle Lenkung in meine Prüfbank setze und die Druckmanometer der beiden Druckkammern beobachte kann man das auch schön sehen.
Theoretisch ist das auch logisch. Die Lenkung versucht bei ungleich stehenden Steuerventilen sich durch unterschiedliche Drücke in den Kammern in Neutralstellung zu bringen. Gelingt das nicht weil Lenkung undicht, bleibt eine Kammer mit höherem Zufluss und die andere Kammer hat dann immer eine Verbindung zum Rücklauf. Also stehen die Kammern durch die Synchronschaltung der Steuerventile immer in Wechselwirkung zueinander.
Schaut Euch in den Rep. Handbüchern doch mal die Schnittzeichnungen an. Vielleicht knackt Ihr dann die Nuss.
Grüße Götz
p.s. normal bin ich etwas geduldiger, aber heute früh ist mein Zwillingsbruder gestorben. Nochmal sorry.
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Sa 13. Aug 2005, 00:00
von patric
Danke Götz!
Mein Beileid.
patric