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Re: Zündverteilertroubles

Verfasst: Mo 18. Jul 2005, 23:16
von Bernhard(Süd)
Jau, -...

oder such`Dir (was ich stets als erstes versuche) eine dörfliche Werkstatt, die oft als 1...2-Mann-Betrieb mit Landmaschinenvergangenheit noch allerhand Ahnung von nicht-elektronischgesteuerten Motoren hat. Inclusive legaler TÜV-Trickserei (unter uns gesagt!!! !!!).

Ich habe die Vertragswerkstättenignoranz schon sehr lange satt! Geht`s denn denen NOCH IMMER zu gut?

Mit LHS-tränenden Augen zwinkert:
Bernhard

Re: Zündverteilertroubles

Verfasst: Di 19. Jul 2005, 08:04
von Martin K.
Hallo!
Die Einstellung mit dem Stift reicht allemal für normalen Betrieb aus.
Ich würde dir aber auch zur Anschaffung eines Stroboskops raten. Auch im autozubehör findest du die Dinger mit Skala am Kopf für Schließwinkel für um die 60 bis 70 Euro. Oder mal bei Ebay schauen.
Zum Einstellen mit dem Stroboskop brauchst Du aber eine Skala an der Riemenscheibe. Und zum Montieren der Skala musst Du erst einmal den OT festlegen.
Hast du so eine Skala?
Es gibt auch noch eine "Bauernmethode" zum optimieren der Zündung (Bauernmethode ist eigentlich völlig falsch, denn man muss dazu ein gutes Gehör und grundsätzliche Erfahrung mit Motoren haben): Zündung mittels Stift einstellen und dann den Motor warmfahren und ein Grad früher stellen. An eine Steigung fahren und im großen Gang Gas geben. Klingelt der Motor nicht, Zündung ein Grad weiter Richtung früh stellen.
Die Zündung wird so lange um ein Grad vor gestellt, bis der Motor mal klingelt. Dann ein Grad zurück drehen. Damit ermittelt man tatsächlich einen optimalen Motorlauf.

Noch einen Tip zum Einstellen der Zündung mit dem Stift: Am besten nimmt man dazu einen 6er-Inbusschlüssel. Weil es alleine ein ziemliches Gefummel ist, die Kurbel zu drehen und den Stift ins Loch zu drücken, baut man aus dem Kofferraumklappenaufsteller die Feder raus (Zusammenschieben, ausklinken, auseinanderzeihen, Feder rausnehmen) und klemmt sie zwischen Inbusschlüssel und Rahmen oder Kotflügel (je nachdem, was gut passt um leichten Druck auf den Schlüssel auszuüben). Nun dreht man den Motor langsam mit der Kurbel durch, bis der Inbus in die Schwungscheibe einrastet.
Inbusschlüssel verwende ich noch aus einem anderen Grund: Er ist aus gehärtetem Stahl. Ein Weicheisenstift, z.B. ein dicker Nagel, kann sich schnell verbiegen und dann hängt er im Loch fest und man hat ein dickes Problem.
Und noch etwas: Der Mensch macht Fehler und schnell ist der Inbusschlüssel mal im Loch vergessen. Man lässt den Motor an und ein Weicheisenstift verbiegt sich so, dass man ein noch dickeres Problem hat, was im schlimmsten Fall beim Ausbau des Getriebes endet. Ein Inbus jedoch bricht einfach ab. Das abgebrochenne Stück fällt nach unten und richtet keinen Schaden an. Das hässliche Geräusch dabei prägt sich aber so ein, dass man die Luft anhält und den Stift beim nächsten Mal nicht mehr vergisst!

Viel Erfolg!
Martin

Re: Zündverteilertroubles

Verfasst: Di 19. Jul 2005, 09:27
von ...hannes
Nachdem am Motor noch keine Skalierung existiert, werde ich ein Timing-Tool nach Muster DS-CDR anfertigen, eine Unterteilung 0° - 20° berechnen und auftragen.
Auf die Existenz solch eines alten Tools in der Fachwerkstätte zu hoffen war leider naives Wunschdenken :-( .


Re: Zündverteilertroubles

Verfasst: Di 19. Jul 2005, 09:41
von Martin K.
Hi!

Äääh - was ist DS-CDR?
Eine solche Skala bekommst Du auch bei Dirk Sassen.
Grüße
martin

Re: Zündverteilertroubles

Verfasst: Di 19. Jul 2005, 10:19
von ...hannes
DS- CDR = Tony Jacksons CDR, die er kostenlos(!) auf folgender Web-Seite zum Downloaden verfügbar machte: http://www.agua.nu/ds-files/ .

@ "Zündskala gibts bei Sassen": Danke für den Tip, habe sie im Katalog jedoch nach wie vor noch nicht gefunden - wie mir übrigens schon öfter passiert ist.

Re: Zündverteilertroubles

Verfasst: Di 19. Jul 2005, 10:35
von Thomas Held
Hi Martin,

eigentlich sind diese Skalen ja erst irgendwann in den Siebzigern serienmaessig in D-Modellen verbaut worden. Lassen die sich bei frueheren Modellen (z.B. Modelljahr 1970) einfach nachruesten?
Gruss,

Tom

Re: Zündverteilertroubles

Verfasst: Di 19. Jul 2005, 11:30
von Martin K.
Ah ja, eine Werkstatt-Zündskala also.
Die von Sassen hat allerdings den Vorteil, dass sie am Auto bleibt für spätere Einstellungen. Ich hatte sie bei ihm auf seinem Stand gekauft und da es eine Nachfertigung war, gehe ich davon aus, dass er sie im Programm hat. Mal ne kurze Anfrage hinschicken.
Ab Modell 71 gab es die Skala meines Wissens seriemmäßig bei allen D-Modellen (möglicherweise war es auch erst Modell 72 - wer es genauer weiß, soll sich melden). Die Skala passt an alle Kurzhuber.
Nur haben die verschiedenen Motoren verschiedene Einstelldaten, siehe anhängende Tabelle. Gegebenenfalls muss man den oberen Totpunkt erst ermitteln.
Und immer daran denken: Die Riemenscheibe der Nockenwelle dreht mit halber Kurbelwellendrehzahl! 20 Grad Kurbelwelle bedeuten also 10 Grad Nockenwelle!
Grüße
Martin



Re: Zündverteilertroubles

Verfasst: Di 19. Jul 2005, 13:39
von Georg
Hannes,

die Skala hat Jozzo als Gebrauchtteil, die Stroboskoplampe kann ich Dir borgen.
Sassen: http://www.ds-sassen.de/ctrl.htm unter Katalog, Zündung, Nummer 1014.

@Thomas, hab so eine Skala auch mit einigen Schweißarbeiten in meine DS19 Bj. '60 implantiert. Die 1966/67er von Hannes müßte dieselben Aufnahmen haben wie die '70er D-Modelle.

@Martin; das Geräusch des Vorteils mit Imbusschlüsseln, hast dieselben Erfahrungen wie ich? *schäm war der beste Körner meines heiklen Vaters...

Conrad Strobo

Verfasst: Di 19. Jul 2005, 19:35
von patric
Hallo,

ja, genau das 70 Euro Ding meine ich - hat alles was man braucht und kostet nicht die Welt.

Re: Zündverteilertroubles

Verfasst: Di 19. Jul 2005, 23:15
von ...hannes
Ich habe heute die 65,69€ bei Conrad hoffentlich gut angelegt und das letzte vorrätige Exemplar des 5-teiligen Motortestersets (Strobo, Drehzahlmesser + Schließwinkelmesser + Kompressionstester + Unterdruckmesser + Firlefanz) erworben.
Ich danke euch vorerst einmal für die vielen wertvollen Hinweise und Tipps!