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Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Verfasst: Do 9. Jun 2005, 10:22
von Frank am See
Hatte letztes Jahr drei Kunden mit abgescherten Scheiben.Die Nieten lockern sich meistens.Die Scheiben haben manchmal einen Schlag und vibrieren sich dann los.Die NW Verzahnung ist sehr rigide gegen Verschleiss, da ist selten ein Defekt.Es gibt zwei Sorten Muttern, eine die verstemmt wird und eine ohne Verstemmung.Loctite ist ein guter Plan.Vielleicht sollte man die Peripherie etwas im Auge behalten, wenn die Pumpe häufig takten muss, dann sind das Schläge die auf die Riemenscheibe und auch auf die Verzahnung gehen, da kann sich die ganze Chose losarbeiten, genauso mit einer eiernden Scheibe.Möglicherweise ist auch das NW Stützlager fertig und lässt die NW taumeln, das sind immerhin fast 12cm , die da gestützt werden müssen.
Aus der Ferne ist das natürlich alles schwer zu beurteilen.

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Verfasst: Do 9. Jun 2005, 11:48
von Stephan J.
Hallo,

dass die Riemenscheibenverzahnung aus Alu ist, hat man mir nur gesagt, hundertprozentig sicher bin ich nicht. Bei den Ersatz-Riemenscheiben, die ich in der Hand hatte, sah´s für mich aber wie Alu aus. Es scheint mir im Hinblick auf die Reparaturfreundlichkeit auch sinnvoll, die Scheibe aus deutlich weicherem Material als die Welle zu produzieren, da die ja wesentlich aufwendiger zu tauschen ist, wenn sie Schaden genommen hat. In vielerlei Hinsicht sind solche Dinge ja bei der DS-Konstruktion berücksichtigt worden, aber wer weiß...

Zu den anderen Beiträgen: Die Fluchtung der Scheibe war anscheinend ganz gut, denn ich habe bei diesem Wagen noch nie einen Keilriemen wechseln müssen, und der Motor ist bei mir immerhin jetzt ca. 100.000 km gelaufen.

Mit den Nieten. die die beiden Scheiben zusammenhalten, hatte ich noch nie ein Problem, die waren immer unversehrt. Bei mir tritt das Problem direkt zwischen Riemenscheibe und Nockenwelle auf, die Verzahnung in der Riemenscheibe wird einfach weggeschliffen.

Bei mir ist die Mutter drauf, die verstemmt wird, keinerlei Unterlegscheiben oder Sprengringe. Vielleicht sitzt die Riemenscheibe nicht 100%ig an der richtigen Stelle auf der Welle?

Der Tip mit der Peripherie ist ein interessanter Denkanstoß: Meine HD-Pumpe taktet im Stand etwa alle 45 sek., während der Fahrt natürlich etwas öfter. Ich denke, das ist noch im normalen Bereich. HD-Pumpe und Lichtmaschine laufen leicht und rund. Die Keilriemenspannung scheint mir auch nicht zu hoch.

Es ist allerdings auffällig, dass das Problem zum ersten Mal aufgetreten ist, direkt nachdem ich die WASSERPUMPE GEWECHSELT hatte (Wasserpumpentausch -> 3000 km Südfrankreich -> zurück nach Hause -> einen Tag später liegengeblieben. Auch jetzt ist das Problem ja übrigens nach einer längeren Autobahnfahrt wieder aufgetreten.).

UND NUN KOMMT´S: Die Wasserpumpe und ihr Riemenrad scheinen zwar rund zu laufen, aber die beiden Keilriemen springen auf dem Riemenrad bei laufendem Motor rhythmisch etwa 1 - 2 mm auf und ab, und zwar beide immer gleichzeitig auf bzw. ab. Da scheint also schon ein etwas ungleichmäßiger Zug auf der Nockenwellen-Riemenscheibe zu lasten. Vielleicht sollte ich die Wasserpumpe mit tauschen, wenn ich eine neue Scheibe aufsetze?

Außerdem: Kann man das Nockenwellen-Stützlager von außen auf Spiel prüfen?

Gruß,

Stephan Jaenicke
buchhandlung-jaenicke@t-online.de
www.buchhandlung-jaenicke.de



Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Verfasst: Do 9. Jun 2005, 12:51
von Frank Tr.
Also, das Problem sind die ungleich langen Riemen, es gibt von Conti paarige.Wenn die Dinger anfangen zu springen, dann vibriert das ziemlich stark.Die Wapuräder sind aus Alu, vielleicht hat es da schon etwas Material abgetragen, aber ich tippe eher auf die Riemen.Hoch hat die paarigen Contis auf jeden Fall, ansonsten den Zübehör solange nerven, weil es das gibt.
Lager:Von aussen kann man das schlecht prüfen, wenn die Riemenscheibe demontiert ist, kann man den Haltering lösen und das Lager abziehen.Wenn der Wagen noch kein neues bekommen hat, dan sollte man das eh ersetzen.Lagernr. 6204, doppelt gedichtet.
Das Lager muss frei im Alugehäuse gleiten, wenn das steckt und man montiert das wieder und setzt die NW unter Vorspannung, frisst die NW an der Haltegabel hinten im Kettendeckel und der Motor steht in 10sec.Hab ich schon ausprobiert.War nicht lustig.

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Verfasst: Do 9. Jun 2005, 13:20
von Georg
wiederum weiß ich die korrekte Vorgehensweise nicht mehr und es ist auch in der Literatur schwer zu finden, aber man muß beim Festziehen des Nockenwellenlagers ich glaube das Einlaßventil des 4. Zylinders auf "offen" stellen und darf nur dann das Nockenwellenstützlager festziehen. Grund ist wohl, dass dann die Nockenwelle die kritische (oder die unkritischste?) Durchbiegung hat und das Lager am besten stützen kann (oder am wenigsten tragen muß?). Jedenfalls gehört es so. Wer hat sich schon Gedanken gemacht und klärt mich auf?

Gruß Georg

PS.: Mein Hund folgt aufs Wort: wenn ich ihm befehle, "Geh Platz oder net", dann geht er Platz - oder net!!

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Verfasst: Mi 15. Jun 2005, 19:04
von Stephan J.
Hallo liebe Leute,

hier der aktuelle Zwischenstand zum Thema Riemenscheibe:

Von Dirk Sassen habe ich eine auf dem ersten Blick toll aussehende überholte Riemenscheibe bekommen. Das Tolle an dieser neuen Scheibe: Es handelt sich um eine, die nicht nur einen schmalen Zahnkranz in der Nabe hat wie die letzte, die montiert war, sondern eine, bei der das Zahnprofil durch die gesamte Nabe geht. Die einzelnen "Zähne" sind also nicht nur etwa 3 - 4 mm breit, sondern so breit wie auch das Profil auf der Nockenwelle ist - ca. 2 cm. Ich wußte gar nicht, dass es da verschiedene Ausführungen gibt.

Da ich im Moment kaum Zeit habe, habe ich die alte Riemenscheibe nicht selbst demontiert, sondern in der Werkstatt meines Vetrauens (Zelder, Lage) ausbauen lassen. Als alles freilag, habe ich mir die Sache angesehen und festgestellt, dass die Nockenwelle bei weitem nicht so schlimm aussah wie wie ich befürchtet hatte: Das Nockenwellenprofil ist im Prinzip auf ganzer Länge noch vorhanden, es ist allerdings durch das wiederholte "Durchdrehen" der Scheibe etwas schräg abgeflacht, hier mehr, dort weniger.

Als ich die neue Scheibe aufgesteckt habe, saß die meiner Meinung nach ziemlich fest, es war nur minimales Spiel spürbar. Da die neue Scheibe durch das breitere Profil ja eine deutlich größere Auflagefläche hat als die alte Scheibe hatte, habe ich sie also noch einmal mit grünem Loctite aufsetzten und verschrauben lassen. Wasserpumpe und alle Keilriemen wurden mit getauscht, und da aus einem der Flügel des Lüfterrades ein Stück herausgebrochen war, haben wir aus dem gegenüberliegenden Flügel ebenfalls ein Stück herausgeschnitten, um eine Unwucht möglichst weit zu minimieren.

Als der Wagen wieder komplett zusammen war und zum ersten Mal wieder angelassen wurde, stellte sich allerdings heraus, dass das größere Rad der neuen Riemenscheibe einen deutlichen Seitenschlag von etwa 2 - 3 mm hat und bei laufendem Motor entsprechend taumelt. Dirk Sassen meinte auf telefonische Nachfrage, ich solle mir keine Sorgen machen, eine solche Unwucht des Rades gäbe es häufig, das hätte keine Folgen, Es würden schlimmstenfalls die Keilriemen schneller verschleißen.

Ich bin jetzt aber ziemlich verunsichert. Muß ich befürchten, dass der ganze Ärger in absehbarer Zeit wieder von vorne losgeht? Oder dass die Nockenwelle bzw. ihre Lager auf Dauer Schaden nehmen? Oder irgendein anderes Aggregat?
Soll man alles noch einmal auseinander nehmen und noch einmal eine neue Scheibe einsetzen? Kann man die Scheibe vielleicht mit ein paar gezielten Hammerschlägen in eingebautem Zustand wieder in ihre korrekte Form bringen? Oder macht man damit womöglich etwas im Motor kaputt?

Ich bin für jede neue Rückmeldung zu dieser anscheinend unendlichen Geschichte dankbar.

Gruß aus Detmold,

Stephan Jaenicke
www.buchhandlung-jaenicke.de



Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Verfasst: Mi 15. Jun 2005, 19:08
von Stephan J.
Noch eine Ergänzung:

Ich habe für die komplette Reparatur bei Zelder übrigens weniger als 170,- € bezahlt, allerdings natürlich ohne Teile, die habe ich selbst bestellt und mitgeliefert. Ich kann die Werkstatt jedem hier aus der Gegend empfehlen:

Auto-Dienst Zelder
Triftenstraße 1
32791 Lage
Tel. 05232/3169

Die waren früher Citroën-Vertragshändler, sind jetzt eine freie Werkstatt.

Stephan Jaenicke

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Verfasst: Do 16. Jun 2005, 01:17
von Til
Hallo Stephan - nun hab ich keinesfalls soviel Erfahrung wie Dirk Sassen, aber das Argument vom Frank am See ist ja doch nicht ganz einfach vom Tisch zu wischen. Nachdem Du nun schon mehrfach Aerger gehabt hast, die Nockenwelle ja auch nicht mehr ganz wie neu ist (was ein Loesen sicher beguenstigt), und das ganze im unguenstigsten Moment zum Verlust der Reisefaehigkeit fuehrt (eigene Erfahrung), wuerde ich wahrscheinlich in den sauren Apfel beissen und das Ding nochmal ausbauen und irgenwie richten. Ich glaube nicht, dass Du das im eingebauten Zustand schaffen wirst (Du kannst den Schlag mit dem Hammer ja nirgends mit einem groesseren Hammer abfangen, so dass der voll auf die Nockenwelle und deren Lager geht).

Alternativ: engmaschig (wie Oelstand?) kontrollieren und den Ausbau sofort machen, sobald sich die Scheibe auch nur im geringsten auf der Nockenwelle bewegt?

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Verfasst: Do 16. Jun 2005, 11:54
von Frank Trub.
Man kann die Scheibe im eingebauten Zustand mit einem geeigneten Hebel richten, aber das ist natürlich schon etwas Bricolage.Die Riemenscheibe ist ja recht weich, aber es gehört da schon etwas Gefühl dazu und man sollte aufpassen, daß man das Profil des Riemenrades nicht verdrückt, sonst ist der Keilriemendealer der Mann, den Du nachher mit Vornahmen kennst...
Eiert die kleine Scheibe auch mit?Dann würde ich das Teil ersetzen, da wirst Du sonst bald wieder Ärger bekommen, da das ganze System nicht rund läuft.
Viel Erfolg, Frank

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Verfasst: Do 16. Jun 2005, 13:03
von Stephan J.
Hallo Frank,

die kleine Scheibe läuft rund, nur die große eiert.

Wenn ich versuche, das zu richten, wie soll ich dann vorgehen? Soll ich mit dem Hebel (Brechstange, langer Meißel o.ä.?) nur drücken? Oder kann ich auch sanfte Hammerschläge auf den Hebel ausüben? Um das Profil des Riemenrades nicht zu verbiegen, lege ich wohl am besten ein kleines Brettchen zwischen Hebel und Scheibe, oder?

Gruß,

Stephan

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Verfasst: So 4. Sep 2005, 18:05
von Stephan J.
Und eine kurze abschließende Bemerkung zum Thema Riemenscheibe:

Habe aus Kostengründen, Feigheit und Faulheit nichts mehr unternommen, sondern fahre das Teil einfach und kontrolliere ab und zu mal die Situation. So habe ich inzwischen über 4.000 km zurückgelegt, alles scheint nach wie vor zu funktionieren und die Scheibe sitzt noch bombenfest. Auch die anderen Aggregate zeigen keine Ermüdungen und ich habe sogar den Eindruck, als sei der Seitenschlag der Scheibe nicht mehr so schlimm wie am Anfang, das ist aber wohl möglicherweise auch subjektiv...

Ich hoffe, es hält auch weiterhin.

Gruß,