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Re: Lima- Batterie

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 02:22
von Carsten_SM
Drehstrom- Lima ? Modernes Teufelszeug. Vermutlich noch mit diesen „Transistoren“ und „Dioden“ drin integriert ? Alles Teufelszeug …

:-)

@ Ingo:

Auch wenn es „nur“ den dauerhaften Betrieb der Lima bei ihrer Vollast bedeutet, genau das wird auf Dauer nicht gut sein. Die wird ausgelegt sein auf einen Betrieb im Mittellast - Bereich. Warum sollte man die Kühlung und die Lager auf Dauer - Vollast auslegen als Entwickler, wenn das nicht notwendig ist ? Kostet nur Material und Geld. Also stirbt sie irgendwann den Heldentod. Wobei das anfangs, bei neuer Batterie, nicht so fühlbar ist. Die hält ihre Ladung, das zu liefernde Energiedelta ist nicht so riesig, daher der Innenwiderstand höher, da passt es noch. Der Lima ist ja egal, ob sie 20 Ah an eine 60er oder 200er abgeben muss. Blöd wird es später, wenn die große Batterie leerer wird als die Lima mit entsprechendem Ladefaktor plus Momentanverbrauch, siehe unten, nachliefern kann. Dann läuft sie Vollast, und das mag sie auf Dauer nicht. Formal müsste man auch prüfen, ob die Leitungsquerschnitte für die Thermik bei Dauer- Vollast ausreichend sind, ich könnte mir vorstellen, das das nicht zwingend immer so ist, je nach Konstrukteur.

Ich hab mal versucht einen 200 Ah 6v Block aus einer PV Anlage mit einem CTek 0.8 / 6v zu laden. Das CTek wird brüllend heiß, weil es dauerhaft „alles“ geben muss. Hab ich dann gelassen, ich brauch das CTek noch.

@ Til:

Die Info, dass Bleibatterien einen gewissen Mindest- Ladestrom brauchen, um durch die Vorgänge an der Oberfläche das Blei sauberzuhalten, habe ich aus einem größeren PV - Bhkw- Insel- Projekt mit Studer vor etwa 5 Jahren.

Dazu findet man z. B. hier beim Zentralverband der Elektroindustrie, Fachverband Batterien, auf Seite 4:

https://www.zvei.org/fileadmin/user_upl ... 1.2016.pdf

„Als typischer Ladefaktor ist ein Wert von 1,2 anzusehen.
Ein zu geringer Ladefaktor bewirkt eine unvollständige Ladung, Sulfatierung und damit eine reduzierte Kapazität. Ein zu hoher Faktor führt zu erhöhtem Wasserverbrauch und verstärkter Korrosion.

Ladefaktor
Ladefaktor ist der Faktor, mit dem die bei der Entladung entnommene elektrische Ladung zu multiplizieren ist, um die zur Wiederherstellung des ursprünglichen Ladezustandes der Batterie erforderliche Ladungsmenge zu bestimmen.

Und

Der Ladestrom sollte
• min. 1/10 der Nennkapazi-
tät in Ampere betragen
und
• die Hälfte der Nennkapazi-
tät in Ampere nicht überschreiten.“

Wenn Du nun versuchst, eine fast leere 100 Ah Batterie mit einer 25Ah Lima zu laden, dann bist Du weit außerhalb des Ladefaktors von 1.2, und das geht auf Dauer nicht gut.

Bei Mastervolt findet sich:

„Ladestrom

Als Faustregel für Gel- und AGM-Batterien gilt, dass der Mindest-Ladestrom 15 bis 25% der Batteriekapazität betragen sollte. Während des Ladens werden angeschlossene Geräte normalerweise weiter mit Strom versorgt; dieser Stromverbrauch muss den 15-25% hinzugerechnet werden.

Eine 400 Ah-Batteriebank und eine angeschlossene Last von zehn Ampere benötigen also z.B. eine Batterieladekapazität zwischen 70 und 90 Ampere, damit die Batterie innerhalb einer angemessenen Zeitspanne aufgeladen werden kann. Der maximale Ladestrom beträgt 50% bei einer Gel-Batterie und 30% bei einer AGM-Batterie.“

Mehr wollte ich jetzt nicht noch raussuchen.

In den allermeisten praktischen Fällen wird es so sein, dass die Grenzen, in denen es noch funktioniert, eingehalten werden, aber ne 50A Lima an einer 200 Ah Batterie wird nicht dauerstabil sein.

Carsten

Re: Lima- Batterie

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 08:51
von uwe.v11
ich würde einen Spannungsmesser(Volt-Meter) in den Zigarettenanzünder stecken,fahren und schauen wie sich die Sache verhält.
auch wenn die Lima getauscht ist,so kann es trotzdem sein,daß eine der 3 Dioden kaputt ist.
Sonst die Kabelanschlüsse durch prüfen ,vielleicht sogar mal ne Masseleitung legen,als Brücke und am Voltmeter schauen was passiert.

Re: Lima- Batterie

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 11:17
von Thomas Held
uwe.v11 hat geschrieben: ich würde einen Spannungsmesser(Volt-Meter) in den Zigarettenanzünder stecken,fahren und schauen wie sich die Sache verhält.
auch wenn die Lima getauscht ist,so kann es trotzdem sein,daß eine der 3 Dioden kaputt ist.
Sonst die Kabelanschlüsse durch prüfen ,vielleicht sogar mal ne Masseleitung legen,als Brücke und am Voltmeter schauen was passiert.
Es sind 6 Dioden!

Re: Lima- Batterie

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 12:20
von uwe.v11
Ok
Beim SM sind es 3
Und da war eine kaputt und ich hab da die Platte mit 3 gewechselt....

Re: Lima- Batterie

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 14:02
von Thomas Held
uwe.v11 hat geschrieben: Ok
Beim SM sind es 3
Und da war eine kaputt und ich hab da die Platte mit 3 gewechselt....
Das kann ich mir nicht vorstellen. Auch die SM-Limas werden ja zugeliefert sein (Paris-Rhone, Ducellier, Bosch?) und der "ueblichen" Technik entsprechen.
Bei Drehstromlichtmaschinen geht von jeder der drei Phasen je eine Diode nach Masse und nach Plus.
Da jeweils drei Dioden jeweils an Plus und Masse haengen, gibt es 2 der von dir erwaehnten Platten (meistens zu einem Sandwich zusammengeschraubt), die je drei Dioden tragen.
Gruss

Tom

Re: Lima- Batterie

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 16:41
von MichaIN
Hallo,

huer mag es ein Mißverständnis geben. Das ganze ist ja eine klassische B6-Brückenschaltung. Also pro Phase (= pro "Strang") zwei Dioden, macht 6 Stück.
Die sind auf zwei zueianander isolierten Schienen (Brücken) aufgeteilt, in denen sie eingepreßt sind - die eine trägt die Dioden mit Minus am Diodengehäuse, die andere die mit Plus am Diodengehäuse.

Anbei ein paar Bilder der Paris-Rhone-Lima im SM. Ich glaube es gibt auch noch eine Ducellier oder Marchal.

Montiert mit Deckel:
[attachment 16134 Lima_mit_Deckel.jpg]


Deckel ab, man sieht die eingepressten Dioden:
[attachment 16135 Lima_mit_Brcke.jpg]


Diodenbrücke abgenommen:
[attachment 16136 Lima_ohne_Brcke.jpg]


Und die Diodenbrücke selbst:
[attachment 16137 Lima_Brcke_klein.jpg]


Das ist eigentlich recht wartungsfreundlich, weil sich die Brücke komplett abnehmen lässt (im Fall des SM kann die Lima sogar im Auto bleiben). Die Dioden zum Einpressen gibt es einzeln für kleines Geld.


Im Prinzip dieselbe Lichtmaschine ist auch in der DS drin, ich glaube für ein paar Ampere weniger ausgelegt.



Viele Grüße,
Michael

Re: Lima- Batterie

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 16:54
von maldini
hallo zusammen,

ich finde interessant, dass zu dem vermeintlich einfachen Sachverhalt - Lichtmaschine und Batteriegrösse derart kontrovers und inhaltsschwer diskutiert werden kann ... Als elektrischer (fast) Laie bin ich immer davon ausgegangen, dass einen größere Batterie eben langsamer geladen wird - aber mehr Reserven zur Verfügung hat. (was ich als alter Ententreiber grundsätzlich immer gut fand :-) )
Die hier beschriebenen Zustände der "zu grossen Batterie" an "zu kleiner Lichtmaschine" kann ich nachvollziehen - aber nicht beurteilen. Interessant fand ich den Hinweis, dass die Problematik bei abnehmender, schwächelnder, oder alternder Batterie beginnt sich zu verstärken - bzw. erst da akut werden könnte....

Ich bin im September diesen Jahres mit meinem Boliden zum ersten mal seit langen wieder "liegen geblieben". Auch bei meinem Wagen ging die Batteriewarnlampe an. Ich habe mich dann mit (vermeindlichem?) Batteriestrom (und sporadisch leuchtender Kontrollleuchte) zu einer Werkstatt in Niederkassel geschleppt - die mir wunderbar und fast freundschaftlich (weiter) geholfen hat.
Zuerst tippte man auf eine defekte Lichtmaschine - Abhilfe schafften aber schon neue Kohlen. Die Ladeleistung dieser über 30 Jahre alten Lichtmaschine stieg zwar wieder - blieb aber im unteren Leistungsspektrum. Ich konnte mit dieser Kombination aber beruhigt meinen Heimreise antreten.
Inzwischen ist eine neue 70 A Lichtmaschine mit integriertem Regler eingebaut (die gut beleumundet werden)
- die alte, neu bekohlte 50A Lichtmaschine, kommt in den Kofferraum oder ins Regal.

Die Batterie in meinem Wagen ist eine 8 Jahre (64? Ah) alte matador in ihrem vermutlich letzten Lebensjahr...

Könnte also die sporadische "rote Lampe" auch damit zusammengehangen haben, dass eine alte, schwache (und schwächelnde) Lichtmaschine von einer alten (schwächelnden) Batterie an Ihre Grenzen getrieben wurde und das Lade/Speicherverhältnis (immer mal wieder) negativ wurde?
.. und darum die Ladekontrolle anging - und auch mal wieder ausging?

Fragen über Fragen - :-)

Nachdem ich jetzt eine neue Lichtmaschine habe - als neue Batterie die Banner im Frühjahr?


Grüße
Karl

Re: Lima- Batterie

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 17:06
von Thomas Held
Hallo Karl,

wenn es nach einer Neu-Bekohlung deiner alten Lima erst mal wieder ging, waren wohl diese einfach runter. Wenn dadurch dann nicht mehr galden wird, geht die Lampe an.
Richtig bloed wird es/man erst, wenn man aufgrund einer eingeschalteten Heckscheibenheizung bei den Rundinstrumentfahrzeugen ein vermeintliches Ladeproblem sucht, weil die Lampen in der Multifunktionsanzeige direkt nebeneinander liegen und die gleiche Farbe haben. Ich habe jetzt jedenfalls frisch gecrimpte Lima-Anschluesse. ;-)
Gruss

Tom

Re: Lima- Batterie

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 18:40
von uwe.v11
MichaIN hat geschrieben: Hallo,

huer mag es ein Mißverständnis geben. Das ganze ist ja eine klassische B6-Brückenschaltung. Also pro Phase (= pro "Strang") zwei Dioden, macht 6 Stück.
Die sind auf zwei zueianander isolierten Schienen (Brücken) aufgeteilt, in denen sie eingepreßt sind - die eine trägt die Dioden mit Minus am Diodengehäuse, die andere die mit Plus am Diodengehäuse.

Anbei ein paar Bilder der Paris-Rhone-Lima im SM. Ich glaube es gibt auch noch eine Ducellier oder Marchal.

Montiert mit Deckel:



Deckel ab, man sieht die eingepressten Dioden:



Diodenbrücke abgenommen:



Und die Diodenbrücke selbst:



Das ist eigentlich recht wartungsfreundlich, weil sich die Brücke komplett abnehmen lässt (im Fall des SM kann die Lima sogar im Auto bleiben). Die Dioden zum Einpressen gibt es einzeln für kleines Geld.


Im Prinzip dieselbe Lichtmaschine ist auch in der DS drin, ich glaube für ein paar Ampere weniger ausgelegt.



Viele Grüße,

Stimmt, ich hatte die Diodenplatte getauscht und dann war gut
Michael

Re: Lima- Batterie

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 20:45
von aquablader
Und noch ein Klugscheißer-Fakt: der Generator in dem angesprochenen AX hat sogar 9 Dioden.
6 Leistungs-Dioden und 3 Erreger-Dioden...

VG Ingo