Hallo liebe Leute,
ich habe den Test jetzt vorliegen und fasse ihn mal kurz zusammen - so dramatisch finde ich die Ergebnisse nämlich nicht.
Getestet wurde die Reifengröße 175/80 R 14, hauptsächlich auf einem Mercedes W 123 280 E von 1981 mit 185 PS, die Tests zum Bremsweg allerdings auf einem Ford Fiesta mit ABS.
In manchen Disziplinen sind die Unterschiede
marginal:
z.B. Handling nass, erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Testkurs:
- Testsieger Hankook: 60,5 km/h
- Drittplatzierter Vredestein Sprint Classic: 60,2 km/h
- Schlusslicht Michelin XAS: 58,9 km/h
oder Rundenzeit in der Kreisbahn bei Nässe:
- Testsieger Dunlop: 12,42 sek.
- Drittplatzierter Vredestein: 12,55 sek.
- Schlusslicht Michelin: 12,82 sek.
Auch beim Bremsen aus Tempo 100 auf trockener Fahrbahn finde ich die Unterschiede nicht so dramatisch:
- Testsieger Maxxis 39,3 m
- Viertplatzierter Vredestein 40,5 m
- Schlusslicht Michelin 41,8 m
Vredestein schneidet also noch ganz gut ab, Michelin aber schlechter.
In manchen Disziplinen
liegen Michelin und Vredestein vorn:
z.B. Handling trocken, Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Testkurs:
- Michelin: 95,0 km/h
- Vredestein 94,7 km/h
- Drittpaltzierter Dunlop: 94,4 km/h
- Schlusslicht Maxxis: 93,5 km/h
oder Vorbeifahrgeräusche bei 50/80 km/h:
- Testsieger Vredestein 63,9/70,5 dB(A)
- Zweitplatzierter Michelin 64,3/70,6 dB(A)
- Schlusslicht Firestone 65,1/71,3 dB(A)
Beim Rollwiderstand (der ja Einfluss auf den Benzinverbrauch hat, aber kein Sicherheitskriterium ist) sieht es folgendermaßen aus:
- Testsieger Maxxis: 7,39 kg/t
- Zweitplatzierter Vredestein 8,61 kg/t
- Schlusslicht Michelin 10,83 kg/t
Große Unterschiede gibt es beim Aquaplaning:
Aufschwimmen des Fahrzeugs bei folgenden Geschwindigkeiten:
- Testsieger Barum: 101,4 km/h
- Vorletzte Platzierung: Michelin 80.6 km/h
- Schlusslicht Vredestein: 69,8 km/h
Diese riesigen Unterschiede kann ich ehrlich gesagt gar nicht glauben. Und außerdem: Den Effekt des Aufschwimmens kenne ich bei meinem ID eigentlich kaum. Wenn andere Fahrzeuge mit 80 oder 90 km/h durch den Regen eiern, kann man mit den D-Modellen doch eigentlich ganz entspannt noch über 100 km/h fahren. Angesichts des hohen Gewichts auf der Vorderachse findet Aufschwimmen doch erst sehr spät statt.
Es fällt allerdings auf, dass die Reifen, die beim Aquaplaning-Test gut abgeschnitten haben, alle im Profil deutlich erkennbare Rillen haben, die zur Reifenflanke führen. Diese Reifen müssten somit besonders gut in der Lage sein, Wasser zur Seite abzuleiten.
Größere Unterschiede gibt es auch beim Bremsweg aus Tempo 100 auf nasser Straße:
- Testsieger Barum 51,8 m
- Drittplatzierter Vredestein 53,5 m
- Schlusslicht Michelin 59,5 m
Also hier ein noch akzeptables Ergebnis für Vredestein, aber ein schlechteres für Michelin.
Bei den Bremstest stellt sich aber natürlich die Frage, ob ein ABS-gebremster Ford Fiesta überhaupt relevante Anhaltspunkte für das Bremsverhalten eines D-Modells mit seiner hydraulischen Hochdruckbremse liefern kann. Ich bin mir da nicht so sicher. Man kann wohl auch davon ausgehen, dass bei einer Vollbremsung ohne Richtungsänderung bzw. Ausweichen bei einem halbwegs geübten Fahrer ein Auto ohne ABS in jedem Fall wesentlich früher steht als ein Wagen mit ABS. Also keine Panik!
Und für den Michelin XAS sollte man auch noch in Erwägung ziehen, dass dieser Reifen ja schließlich speziell für das D-Modell entwickelt wurde und somit eigentlich bis heute gut mit dem Wagen harmonieren sollte. Wer noch die Original-Dimensionen fahren will (ich fahre 185er Vredestein vorn und hinten), hat eh keine andere Wahl als die XAS, glaube ich.
Ich denke also, dass es für die Michelin-Fahrer nur wenig und für die Vredestein-Fahrer kaum Grund zu Besorgnis gibt. Auch wenn im Testbericht die "schlechten" Ergebnisse dieser beiden Reifen in sehr plakativen Grafiken dargestellt werden, die den Eindruck erwecken, Michelin und Vredestein seien nur halb so gut wie die anderen Testteilnehmer...