Seite 2 von 5

Re: Reifentest in der Autobild Klassik

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 14:22
von Ulrich T
Nachtrag: Die getesteten Reifen gibt es, abgesehen von den Klassikern, in der für uns interessanten Größe 185R15 nicht. Da finde ich an preiswerten Alternativen nur Radar Dimax Classic mit einem ganz hübschen Profil und den Ovation, dessen Profil zeitgemäß aussieht. Ein Test dieser beiden Kandidaten wäre für uns interessant. Aber meine Michelins sind erst ein Jahr alt...

Re: Reifentest in der Autobild Klassik

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 14:50
von VJ
Ulrich T hat geschrieben: Nachtrag: Die getesteten Reifen gibt es, abgesehen von den Klassikern, in der für uns interessanten Größe 185R15 nicht. Da finde ich an preiswerten Alternativen nur Radar Dimax Classic mit einem ganz hübschen Profil und den Ovation, dessen Profil zeitgemäß aussieht. Ein Test dieser beiden Kandidaten wäre für uns interessant. Aber meine Michelins sind erst ein Jahr alt...
.....erst ein Jahr alt....
Kauf du dir die getesteten ;-), die erst ein Jahr alten würde ich gerne für dich entsorgen...:-)

Gruß
Vlado

Re: Reifentest in der Autobild Klassik

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 18:28
von Stephan Jaenicke
Hallo liebe Leute,

ich habe den Test jetzt vorliegen und fasse ihn mal kurz zusammen - so dramatisch finde ich die Ergebnisse nämlich nicht.

Getestet wurde die Reifengröße 175/80 R 14, hauptsächlich auf einem Mercedes W 123 280 E von 1981 mit 185 PS, die Tests zum Bremsweg allerdings auf einem Ford Fiesta mit ABS.

In manchen Disziplinen sind die Unterschiede marginal:

z.B. Handling nass, erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Testkurs:
  • Testsieger Hankook: 60,5 km/h
  • Drittplatzierter Vredestein Sprint Classic: 60,2 km/h
  • Schlusslicht Michelin XAS: 58,9 km/h
oder Rundenzeit in der Kreisbahn bei Nässe:
  • Testsieger Dunlop: 12,42 sek.
  • Drittplatzierter Vredestein: 12,55 sek.
  • Schlusslicht Michelin: 12,82 sek.
Auch beim Bremsen aus Tempo 100 auf trockener Fahrbahn finde ich die Unterschiede nicht so dramatisch:
  • Testsieger Maxxis 39,3 m
  • Viertplatzierter Vredestein 40,5 m
  • Schlusslicht Michelin 41,8 m
Vredestein schneidet also noch ganz gut ab, Michelin aber schlechter.

In manchen Disziplinen liegen Michelin und Vredestein vorn:

z.B. Handling trocken, Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Testkurs:
  • Michelin: 95,0 km/h
  • Vredestein 94,7 km/h
  • Drittpaltzierter Dunlop: 94,4 km/h
  • Schlusslicht Maxxis: 93,5 km/h
oder Vorbeifahrgeräusche bei 50/80 km/h:
  • Testsieger Vredestein 63,9/70,5 dB(A)
  • Zweitplatzierter Michelin 64,3/70,6 dB(A)
  • Schlusslicht Firestone 65,1/71,3 dB(A)
Beim Rollwiderstand (der ja Einfluss auf den Benzinverbrauch hat, aber kein Sicherheitskriterium ist) sieht es folgendermaßen aus:
  • Testsieger Maxxis: 7,39 kg/t
  • Zweitplatzierter Vredestein 8,61 kg/t
  • Schlusslicht Michelin 10,83 kg/t
Große Unterschiede gibt es beim Aquaplaning:

Aufschwimmen des Fahrzeugs bei folgenden Geschwindigkeiten:
  • Testsieger Barum: 101,4 km/h
  • Vorletzte Platzierung: Michelin 80.6 km/h
  • Schlusslicht Vredestein: 69,8 km/h
Diese riesigen Unterschiede kann ich ehrlich gesagt gar nicht glauben. Und außerdem: Den Effekt des Aufschwimmens kenne ich bei meinem ID eigentlich kaum. Wenn andere Fahrzeuge mit 80 oder 90 km/h durch den Regen eiern, kann man mit den D-Modellen doch eigentlich ganz entspannt noch über 100 km/h fahren. Angesichts des hohen Gewichts auf der Vorderachse findet Aufschwimmen doch erst sehr spät statt.

Es fällt allerdings auf, dass die Reifen, die beim Aquaplaning-Test gut abgeschnitten haben, alle im Profil deutlich erkennbare Rillen haben, die zur Reifenflanke führen. Diese Reifen müssten somit besonders gut in der Lage sein, Wasser zur Seite abzuleiten.

Größere Unterschiede gibt es auch beim Bremsweg aus Tempo 100 auf nasser Straße:
  • Testsieger Barum 51,8 m
  • Drittplatzierter Vredestein 53,5 m
  • Schlusslicht Michelin 59,5 m
Also hier ein noch akzeptables Ergebnis für Vredestein, aber ein schlechteres für Michelin.

Bei den Bremstest stellt sich aber natürlich die Frage, ob ein ABS-gebremster Ford Fiesta überhaupt relevante Anhaltspunkte für das Bremsverhalten eines D-Modells mit seiner hydraulischen Hochdruckbremse liefern kann. Ich bin mir da nicht so sicher. Man kann wohl auch davon ausgehen, dass bei einer Vollbremsung ohne Richtungsänderung bzw. Ausweichen bei einem halbwegs geübten Fahrer ein Auto ohne ABS in jedem Fall wesentlich früher steht als ein Wagen mit ABS. Also keine Panik!

Und für den Michelin XAS sollte man auch noch in Erwägung ziehen, dass dieser Reifen ja schließlich speziell für das D-Modell entwickelt wurde und somit eigentlich bis heute gut mit dem Wagen harmonieren sollte. Wer noch die Original-Dimensionen fahren will (ich fahre 185er Vredestein vorn und hinten), hat eh keine andere Wahl als die XAS, glaube ich.

Ich denke also, dass es für die Michelin-Fahrer nur wenig und für die Vredestein-Fahrer kaum Grund zu Besorgnis gibt. Auch wenn im Testbericht die "schlechten" Ergebnisse dieser beiden Reifen in sehr plakativen Grafiken dargestellt werden, die den Eindruck erwecken, Michelin und Vredestein seien nur halb so gut wie die anderen Testteilnehmer...

Re: Reifentest in der Autobild Klassik

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 19:35
von priusb78
Danke für die Aufstellung der Daten!
Passt zu meiner subjektiven Wahrnehmung: kein wirklicher Unterschied zwischen Michelin XAS und Vredestein.
Beim ADAC Sicherheitstraining letztes Jahr haben sich meine "Vredis" tapfer geschlagen. Ich war auch nicht schlechter als modernere Autos mit moderneren Reifen - außer bei Übungen, in denen ein ABS unschlagbare Vorteile hat.
Gruß Thorsten

Re: Reifentest in der Autobild Klassik

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 20:13
von Claude-Michel
priusb78 hat geschrieben:Beim ADAC Sicherheitstraining letztes Jahr haben sich meine "Vredis" tapfer geschlagen. Ich war auch nicht schlechter als modernere Autos mit moderneren Reifen - außer bei Übungen, in denen ein ABS unschlagbare Vorteile hat...
Ich frage mich ob das Fahrzeug nicht auch eine Rolle spielt. Unser Sohn ging auch zu so einem Sicherheitstraining. Er ist hin mit dem ältesten X1 den wir hatten. Habe ihm die schlechtesten Reifen montiert die ich hatte. Keine Lust gehabt, dass er mir zurückkommt mit unrunden Reifen wegen Vollbremsungen und so Spielchen. Und? Er war der King. Den anderen neueren Autos mit EPS und weiß ich was überlegen. Beim Kreisdrehen war er der letzte der von der Bahn ist. Beim Test mit der Platte war er entäuscht. Der Xantia war nicht zum ausbrechen zu bringen. Er der schleudern wolte.

Re: Reifentest in der Autobild Klassik

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 21:58
von priusb78
Bei der DS ist das kein Problem: ADAC Schleuderplatte
Gruß Thorsten

Re: Reifentest in der Autobild Klassik

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 22:11
von Claude-Michel
Bei der Traction avant schon:

Traction avant

und so ähnlich war es bei meinem Sohn mit dem Xantia.

Re: Reifentest in der Autobild Klassik

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 22:24
von andreask69
Guten Abend,

ich kann die Radar Dimax Classic empfehlen. Ich hab diese auf einer DSpecial drauf und bin nun einige Kilometer gefahren. Sie sind etwas stramm, aber ich fahre diese auch mit erhöhtem Luftdruck, also 2,5 bar. Das Kurvenverhalten ist sehr ordentlich und auch auf der Autobahn bis 160km/h gute Seitenführung. Bremsverhalten auch stabil. Ich vergleiche mal mit den ja so gerne verwendeten Classic 001 mit dem Michelin Fake Profil und kann nur sagen: nie wieder diese Dinger. Die Classic 001 rubbeln sich an der VA runter wie Radiergummi und in jeder etwas schnell gefahrenen Kurve Quietschen und starkes Untersteuern, vom Nassverhalten will ich gar nicht sprechen...Bremswege die einem Angst machen.
Nun habe ich einen neuen Satz Michelin 185er, die ich nun hoffentlich bald an einer 21IE ausprobieren kann. Auf den Vergleich XVS und Dimax bin ich wirklich gespannt. Der Preisunterschied ist schonmal gewaltig, immerhin beim Satz knapp 600 Euronen.

Bonne soirée
Andreas

Re: Reifentest in der Autobild Klassik

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 22:41
von Stephan Jaenicke
Der DS-Fahrer scheint aber auf der Schleuderplatte auch kein bisschen gegengelenkt oder Gas gegeben zu haben.

Ich will Anfang Mai auch zu so einem Fahrsicherheitstraining. Ich hoffe, ich komme mit der Schleuderplatte dann genauso beeindruckend klar wie der 11CV-Fahrer.

Re: Reifentest in der Autobild Klassik

Verfasst: Di 6. Apr 2021, 00:02
von anieder
Wow.

Nein! ein modernes ABS bremst definitiv besser als jede Blockierbremsung. Das ist Physik.

Und wenn ein DS Fahrer um die herumeiernden Anderen herumfährt, dann wohl nur weil er glaubt er bremst ohne ABS besser....

Eine DS wiegt 1,4 Tonnen. 60% vorne also ca 840 kg. Das bringen viele andere auch locker und mehr.
Wo soll da der Vorteil liegen?

Schreib das weil ich die Fehleinschätzung für gefährlich halte.

Gruß

Andreas