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Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Do 10. Sep 2020, 15:56
von Jint Nijman
sebastianklaus hat geschrieben:
ich habe vor vielen Jahrzehnten mal die Erfahrung eines geplatzten Druckreglers mit LHM gemacht und weiß heute noch nicht, warum mir das Auto dabei nicht abgebrannt ist,
Ich glaube du machst dich sorgen um etwas was nicht passieren wird. Mir ist beim meinem ersten D-Modell (73-er DSpeciale) auf der Autobahn mal der Hochdruckleitung zwischen Regler und HD-Pumpe direkt bei der Pumpe gebrochen (mangelder Wartung, die Leitung hat vorher schon geleckt). Das Ergebnis war ein große (!) Rauchwolke hinter dem Auto (im Rückspiegel habe ich kurz nur noch weisser Rauch gesehen) aber absolut kein Feuer. Bekannterweise liegt der HD-Pumpe direkt vor dem Auslasskrümmer, welches wohl weitaus das heißeste Teil unter der Motorhaube ist.
gruss
Jint (der trotzdem beim Alu-Regler bleibt...)
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Fr 11. Sep 2020, 09:51
von Jürgen
Hallo,
das "nichtabschalten" ist ein typisches Problem der Alu-Regler, insbesondere in der LHS-Version. Ursache ist oft der nicht richtig leichtgängige Schieber "1", siehe Zeichnung:
[attachment 14130 Druckregler-Zeichnung.jpg]
Bei mehreren Reglern hat es gereicht, diesen Schieber und den umschließenden Zylinder "14" zu reinigen, um wieder ein sicheres Abschalten zu erreichen. Dabei hatte ich jeweils die alte Dichtung "13" belassen. Wenn diese erneuert wird, sollte sie nicht zu dick sein.
Der von Michael erwähnte Kugelsitz sorgt dafür, dass vor erreichen des Nenndrucks kein Drucköl in den Rücklauf kommt, ist aber für den Abschaltvorgang nicht relevant.
Wenn der Regler nicht abschaltet, öffnet der Schieber bei erreichen des Nenndrucks nur ein wenig, der Druck steigt nicht mehr weiter, die Pumpe muß aber weiter gegen den Druck arbeiten. Dabei wird das Hydrauliköl schnell übermäßig aufgeheizt. So sollte man nicht längere Zeit fahren.
Manchmal hilft es, nach Erreichen des Nenndrucks bei laufendem Motor mit einem Hämmerchen leicht auf die Druckablassschraube zu klopfen. Durch die Erschütterung bewegt sich der Schieber dann doch ganz in die Abschaltstellung. Das ist natürlich keine nachhaltige Reperatur.
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Fr 11. Sep 2020, 20:48
von Joe
Hallo zusammen und danke für die vielen Hinweise! Gerade steht die DS nicht bei mir. Sobald ich weiter komme, werde ich berichten.
Danke vor allem an Jürgen für das Einfügen des Bildes und die gute Erklärung! So kann es nicht bleiben, da die Funktion so nicht gedacht war...
Viele Grüße
Joe
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Fr 11. Sep 2020, 20:58
von aquablader
Wie ja schon gesagt, kannst Du genau diesen "Schwebezustand" zwischen den beiden Positionen am Rücklauf im Fäßchen schnell optisch überprüfen.
Um einen Ausbau des Reglers kommst Du wohl nicht rum...
Viele Grüße!
Ingo
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Fr 11. Sep 2020, 23:54
von Robert
Hallo Jürgen,
das mit der Überhitzung der Hydraulikflüssigkeit höre ich zum ersten Mal, erscheint mir aber nachvollziehbar. Kann es sein, dass eine solche Überhitzung die Ursache für Probleme mit dem Kupplungskorrektor ist? Ich hatte bei meiner 59er immer die Schwierigkeit, dass sie in heissem Zustand zu hart kuppelte, besonders im Sommer, wenn ich dann die Feder des Korrektors bei dieser Temperatur vernünftig eingestellt hatte, kam sie in kaltem Zustand nicht vom Fleck. Ich bin ja gerade dabei, auf LHM/Stahlregler umzubauen, aber die Ursache des seinerzeitigen Problems interessiert mich immer noch.
Viele Grüsse
Robert
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Mi 24. Nov 2021, 12:10
von MarcM
Ich kram den Fred mal raus, da ich nun auch eine ID mit dieser kleinen Alu-Zeitbombe habe…
Ich habe (noch) nicht, wie Joe vor einem Jahr, das Problem, dass der Regler gar nicht mehr abschaltet. Wohl aber das Verhalten, dass ich im Leerlauf merke, dass der Regler in diesem beschriebenen "Schwebezustand" hängen bleibt, in welchem die Pumpe weiter gegen einen Druck arbeitet (erkennbar am bekannten Arbeitsgeräusch), obwohl der Solldruck längst erreicht sein dürfte. Ich kann das Abschalten dann zuverlässig mit einen kleinen Gasstoß erzwingen. Es tritt auch wirklich nur im Leerlauf auf, sprich wenn man an der Ampel oder sonstwo mit laufendem Motor steht. In den Situationen ist das Pumpengeräusch ja auch besonder gut vernehmbar.
Der Regler in meinem Auto dürfte wegen allgemein geringer Laufleistung auch noch eine eher geringe Betriebsdauer hinte sich haben. Auch gefällt mir sein etwas "milderes" Abschalten, was sich zumindest akustisch deutlich von dem harten "Klack!" der Stahl-Regler unterscheidet. Ich hörte sogar bereits, sein Abschaltverhalten sei pumpen-schonender, als das des Stahl-Reglers. Wird das von Euch als Voodoo oder technisch begründet eingeschätzt? Obendrein ist es das Original-Teil dieses Autos und ein Tausch ist ja auch nicht ganz trivial. Sprich, ich werde den erstmal drinnen lassen und lediglich jenen ungesunden Betriebszustand immer per "Zwischengas" beenden.
Gibt es weitere Anzeichen, welche mir ein baldiges Ende des Reglers verraten? Klar: Sollte ich feststellen, dass die genannte Maßnahme nicht mehr zuverlässig zum Abschalten führt, geht es ans Schrauben. Aber vor allem: Meint Ihr, dass den (meisten) Fällen von gerissenen/geplatzten Alu-Reglern eine längere Zeit des fehlerhaften Nicht-Abschaltens voraus ging? Also nicht wirklich eine zu schwache Dimensionierung des Reglers (was ja auch behauptet wird) sein prinzipielles Problem ist, sondern er sich seine Überlastung hauptsächlich durch diese Phasen des Nicht-(ganz)-Abschaltens einhandelt? Ich vermute es ja und technisch wäre es auch nachvollziehbar. Ist aber auch bissl mein Wunschdenken, da ich den Regler erhalten möchte. Da mir die Erfahrung fehlt, bin ich gespannt auf Eure Einschätzung…
Marc
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Do 25. Nov 2021, 23:54
von Ulrich T
Da bei meiner beinahe gleichalten ID im halb abgeschalteten Betrieb der Rücklaufstrahl im LHM Fass ganz unglücklich auf eines der Röhrchen traf und es immer obern aus dem Entlüftungslöchlein des Deckels spritze (Fass war oben immer LHM-feucht) habe ich, als der Druckspeicher schwächelte, gleich auf Stahl umgerüstet. Bei allem Originalitätsfetisch - der Druckregler versteckt sich schon sehr weit unten und ist schlecht einsehbar. Und dieses Jahr ist dann auch noch der Bendix Anlasser einem schnell drehenden gewichen…
Ist denn der Druckspeicher noch fit?
Grüße
Ulrich
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Fr 26. Nov 2021, 00:13
von M. Ferchaud
Der Druckspeicher hat nicht mit Abschalten oder Nichtsbschalten des Druckreglers zu tun, sondern lediglich mit dem Schaltintervall. Jürgen hat doch erklärt, was die Ursache ist.
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Fr 26. Nov 2021, 10:27
von Ulrich T
Weiß ich. Aber wegen des zu kurzen Abschaltintervalls (Druckspeicher) musste ich sowieso handeln.
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Fr 26. Nov 2021, 14:22
von MarcM
Ulrich T hat geschrieben:… Und dieses Jahr ist dann auch noch der Bendix Anlasser einem schnell drehenden gewichen…
Wie schade! Ich mag meinen Bendix Anlasser schon sehr. Finde dieses etwas primitive aber schön minimalistische Einrück-Prinzip mit der Schnecke ausgesprochen charmant. Ja sogar, die seltenen Fehl-Ausrückungen, wenn der Motor kurz gezündet hat, aber doch nicht angesprungen ist und das folgende Schnarr-Geräusch gehören für mich untrennbar zur ID. Ich hoffe, ich muss den nie raus werfen.
Ist denn der Druckspeicher noch fit?
Ja, soll er sein, laut Vorbesitzer, der wohl alles durchgemessen hat. Die Pump-Intervalle und die Zeit, die das Auto oben bleibt. sprechen auch dafür.
Grüße! Marc