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Re: Erfahrungen mit teuren DS
Verfasst: Mo 3. Aug 2020, 09:44
von Gerhard Trosien
Robert hat geschrieben:
...Pipikram...
… ist das nicht wirklich, wenn man das Auto täglich nutzt, und bei Regenwetter auf dem abschüssigen Parkplatz am Büro immer wieder die schillernden Ölfahnen fließen. Und die eine oder andere Verschraubung ist nicht wirklich leicht zu erreichen.
Re: Erfahrungen mit teuren DS
Verfasst: Mo 3. Aug 2020, 15:59
von DerPaster
Ich weiß nicht, ob das OT ist - ich poste hier mal zwei verschiedene Erfahrungen:
- "Lowrider", ein Bekannter von mir, hatte sich ein billiges Modell gekauft, 'ne NL-D-Super5 für 7.500€. Sein jahrelanger, erst äußerst enthousiastischer Versuch einer Totalrestaurierung endete ca. 20% vor dem Ziel in großer Resignation. Er konnte die teilzerlegte Kiste mit einigem Gewinn weiterverkaufen - wenn jedoch seine Kosten für die Teile einberechnet werden eher mit Verlust, bedenkt mensch die unendlich vielen Arbeitsstunden sogar mit großem Verlust. Solche Erfahrungen sind hier im Forum Legion. Fazit: Billige Mesdames lohnen sich finaziell überhaupt nicht - nur dann eine gute Idee, wenn Du gaaanz viel Spaß an immer komplizierteren Basteleien hast.
- Meine eigene 68er DS19HA Pallas hat mir vor 'nem Jahrzehnt "Sympathique" teilrestauriert (Karosserie rostfrei, Technik alt aber geprüft) mit neuem TÜV zu angemessenem mittlerem Preis als akzeptablen Dreier verkauft. Ist zwar immer irgendwas dran (inzwischen Elektrik überholt, Innenraum neu gemacht, etliche Verschleißteile gewechselt, ebenso LPG-Leitungen und -Sicherungen - als Nächstes stehen Tank und Benzinleitungen an, damit ich auch mal bei trockenem Winter fahren kann), also nicht wirklich zuverlässig, aber die Kosten halten sich in Grenzen und mein Eindruck ist: Sie wird immer besser. Ich hab's nie bereut, würd's wieder so machen - danke nochmal!
Meine Vermutung: Auch hochpreisige Totalrestaurierungen werden IMMER IRGENDWAS haben (schon allein, weil immer irgendwo Schrottrepro verarbeitet werden muß...), es sind nunmal alte Autos, deren avisierte Lebenserwartung war damals nicht viel mehr als ein Jahrzehnt - außerdem sind die Preise nach meiner Wahrnehmung die letzten Jahre nicht signifikant gestiegen. Als Investition also nicht lohnenwert, das Preis-Leistungs-Verhältnis scheint mir um die 20-25.000 € am besten. Wer ein bißchen basteln kann, dem/der würde ich deswegen eher was gut Erhaltenes, ggf. Teilrestauriertes Mittelpreisiges ohne Reparaturstau empfehlen und sich dann auf das - im Rahmen bleibende - eigene Handanlegen freuen!
Re: Erfahrungen mit teuren DS
Verfasst: Di 4. Aug 2020, 09:33
von Gerhard Trosien
Stimmt alles, im Prinzip.
Ich habe mein Auto vor 29 Jahren gekauft, für einen sehr überschaubaren DM-Betrag. Ich musste als erstes die Bodenränder und den oberen Teil des linken hinteren Radhauses machen, dann kam das Auto durch den TÜV und ich konnte fahren.
Der Marktwert des Autos interessiert mich nicht: ich will das Auto fahren und nicht als Geldanlage halten. Und wenn es mir wirtschaftlich so geht, dass ich verkaufen muss, ist der Marktwert eh im Keller und ich habe gar nichts von einer noch so hohen Einschätzung.
Mein Glück ist, dass ich als gelernter Bauing. nach und nach alles von anderen lernen konnte, was ich heute kann und weiß; den DS hat außer zu den ganz frühen ASU kein Profimonteur einer Fachwerkstatt angefasst, seit ich ihn habe. Und nur deshalb kann ich mir ein D-Modell als Alltagsauto leisten. Und da bin ich froh drum.
btw.: fertig restauriert war das Auto nie. Und die Polsterarbeiten von vor 10 Jahren kann ich, zumindest am Fahrersitz, schon wieder neu machen. Was dem Original von vor 50 Jahren entspricht: da waren DS-Sitze nach 10 Jahren auch fertig.
Re: Erfahrungen mit teuren DS
Verfasst: Di 4. Aug 2020, 13:10
von Pit
Hallo,
meine eigenen Erfahrungen sind ähnlich. Ich habe meine DS im Jahr 1999 für 12500 DM gekauft. Im Mai 2000 konnte ich sie problemlos mit H-Kennzeichen anmelden. Meine größte Fahrt war dann zum Jahrestreffen nach Frankfurt (wann war das?). Das waren hin und zurück ca. 1000km problemlos.
Später war dann immer wieder was. Nichts großes, ich bin auch nie liegengeblieben. Vielleicht bin ich auch zu empfindlich geworden. Ich mag keine Ölflecken hinterlassen.
Es würde mich wirklich interessieren, ob eine DS wie meine, die inzwischen restauriert für 70000€ angeboten wird, dann wirklich dauerhaft in Ordnung ist. Das sind doch die gleichen Teile verbaut, die ich bei den Händlern kaufe.
Grüße,
pit
Re: Erfahrungen mit teuren DS
Verfasst: Di 4. Aug 2020, 13:19
von ssiegert
Hallo Zusammen,
unseren Break haben wir diesen Monat seit 20 Jahren. Insider kennen die traurige Restaurationsgeschichte und seitdem ist es eine "rolling restauration". Wie Gerhard schreibt, ist auch unser Auto zum Fahren da und als Kombi verwende ich ihn gerade als "Werkstattwagen" für das hin und her zu meinem geschenkten BX Projekt. Da bleiben Kratzer nicht aus.
Immer wieder sehe ich komplett restaurierte Fahrzeuge und bin ein wenig neidisch um die "Neuwagen" Anmutung und die Möglichkeit einfach einzusteigen und loszufahren und eben nicht diese oder jene Arbeit für das nächste Wochenende einplanen zu müssen. Dann sehe ich aber auch die Zeit, die in solche Restaurationen reingeht, wenn sie selber gemacht werden, oder das Geld (sicher gerechtfertigt für Zeit und Teile) und denke mir: Wir sind in der ganzen Zeit gefahren und haben Spaß dran gehabt.
Unterschiedliche Konzepte.
Nächstes oder übernächstes Wochenende muß ich das Flexrohr ersetzen, das leider das ganze hin und her mit Kat raus, Auspuff rein, anderer Auspuff rein, anderer Auspuff wieder raus und Kat wieder rein, nicht gemocht hat. Aber dann fährt sie wieder mit besserer Luft im Innenraum.

Dann hole ich mir noch 2 Windschutzscheiben ab und evtl eine Tür für einen Clubkameraden aus dem CVC und das Gepäck fürs Wochenende ist drin mit dreckigen Wanderstiefeln und weiter gehts.
Allen, egal ob unrestauriert oder vollrestauriert oder den vielen dazwischen, eine gute Fahrt in dieser Saison.

Sebastian
Re: Erfahrungen mit teuren DS
Verfasst: Di 4. Aug 2020, 18:23
von Carsten_SM
Ich erwäge immer noch ganz ernsthaft, meinen W211 Kombi später durch meine 23 iE im Alltag zu ersetzen...mit 2t- Wagen /MX5), und nur noch 2 Personen zu Hause, und AHK für 2 E- Bikes... mal gucken.
Lieber wäre mir mein alter D Break, aber der ist nun schon so lange un- wiedergefunden worden...
Carsten