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Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS

Verfasst: Sa 31. Okt 2015, 14:50
von M. Ferchaud
Mag sein, vom Prinzip her mag ich die Lösung auch. Allerdings ist das Auswechseln der Pumpe mit erhöhtem Aufwand verbunden, da die komplette Leitung durch das Pumpenauge geschoben werden muss. Das bedeutet:

- M16er Mutter am Leitungsende lösen
- Leitungshalter lösen
- Leitungsanschluss zum Druckregler öffnen oder Druckregler-Halterungen lösen (ich bevorzuge letzteres, um die Anzahl der geöffneten Anschlüsse möglichst gering zu halten)
- Erst dann kann die Leitung komplett verschoben und die Pumpe abgenommen werden.

Im Katalog 466 (Édition d'Octrobre 1958) Ist diese Bauart noch vorhanden. Laut mir vorliegenden Angaben wurde im Dezember 1958 auf das bekannte System mit Nippel umgestellt.

Grüße
Henning

Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS

Verfasst: Di 3. Nov 2015, 18:37
von VJ
Hallo,

Nur zu Information !

Die Nummer der gesuchten Dichtung ist : DS 334- 181

Citroën hat viele alte Ersatzteilnummern ersetzt auf ZD..... Usw

Die von dir gesuchte Dichtungen ebenso und zwar auf ZD 9497 800 U. Es gibt von Citroën auch so ein Ersatzteilkatalog wo man alle "Alten" Ersatzteilnummern. " entschlüsseln kann.


Na, vieleicht gibt's hier in Forum einen DS Spezialisten der das auch wissen tut...bin gespannt

Gruß
Vlado

Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS

Verfasst: Sa 7. Nov 2015, 18:31
von M. Ferchaud
Hallo noch einmal,

heute habe ich die Leitung gelöst und mir das Ganze noch mal genauer angeschaut.

Folgende Erkenntnis konnte ich gewinnen:

1. Pumpengehäuse und Welle sind furztrocken.
2. Die Leitung sieht augenscheinlich gut aus, keine erkennbaren Beschädigungen oder gar Risse.
3. Die verbauten Dichtungen haben ordentlichen Überstand, sind flexibel und weich.
4. Die Dichtfläche auf Pumpenseite ist frei von Riefen und Korrosion.
4. Demontage der Dichtungen problemlos möglich; Sichtprüfung ohne Befund

Folgende Informationen konnte ich bisher zusammentragen:

1. Nr. DS 334 - 181 wurde durch ZD 9497 800 U ersetzt (Vlado).
2. Nr. DS 334 - 181 wurde durch 4987-S ersetzt (Jeroen, Mathias Strack)

Nr. 4987-S sei unter anderem auch im Schaltblock verbaut (gleiche Nummer, Mathias Strack).

Ich habe dankenswerter Weise von Jeroen eine NOS 4978-S zugeschickt bekommen.

Diese habe ich auf beigefügtem Foto mit der verbauten hinteren Dichtung sowie mit einem alten Dichtring aus einem hinteren Bremszylinder verglichen.

[attachment 9888 Dichtungen-Vergleich.jpg]

Da die alte Dichtung weicher und etwas dicker als die NOS-Dichtung ist, habe ich diese wieder eingebaut. Zusätzlich habe ich die alte Bremszylinder-Dichtung, die etwas größer ist, zwischen Getriebeflansch und Pumpenauge gelegt. Auf dem Foto mit der Leitung ist übrigens die hintere Dichtung bereits entnommen.

Auf den ersten Kilometern war immer noch Flüssigkeitsverlust zu bemerken, wenn auch geringer (habe zwischen Getriebe und Bremssattel ein mehrlagiges Küchentuch verkeilt, um die Verlustmenge anhand der Durchtränkung beurteilen zu können ). Nach weiterer Fahrt versiegte die Undichtigkeit weitgehend, aber nicht komplett. Ich bin aber noch immer etwas ratlos hinsichtlich der tatsächlichen Ursache.

[attachment 9889 Leitung.jpg]


Möglicherweise ist irgendwo ein Haarriss vorhanden, der erst unter Druck aufgeht. Ein anscheinend häufiger vorkommender Kandidat dafür ist die Aluplatte, die hinter dem vorderen Gussteil verschraubt ist. Dort ist jedoch alles komplett trocken, und im Zuge der Pumpenüberholung war kein Riss zu sehen.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Riss im Gussteil an sich. Ich konnte jedoch dort ebenfalls nichts finden.

Letzte Option wäre das Anschlussstück der Leitung, wobei dieses ziemlich massiv ist und ebenfalls keine Befunde erkennen ließ.

Ich fahre jetzt erst einmal und beobachte das Ganze.

Viele Grüße
Henning


PS.: Beim Einfügen von Bildern gibt es den Button "Position im Eintrag setzen". Wie funktioniert das? Die Bilder landen immer am Ende des Beitrags...

Re: Button "Position im Eintrag setzen"

Verfasst: Sa 7. Nov 2015, 19:05
von patric
[quote="M. Ferchaud"]
PS.: Beim Einfügen von Bildern gibt es den Button "Position im Eintrag setzen". Wie funktioniert das? Die Bilder landen immer am Ende des Beitrags...
[/quote]

Hallo Henning,

Cursor an die Stelle wo das Bild hin soll, auf den Button "Position im Eintrag setzen" clicken und fertig. Tip: Vor dem endgültigen absenden erstmal den "Vorschau" Butten clicken, um das Ergebnis zu überprüfen.

Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS

Verfasst: Sa 7. Nov 2015, 19:05
von VJ
Mein Senf dazu : ZD 9 497 800 U ist die spätereNummer von 4978-S.
Aber so ist das im Leben, einem der 2016 ab 1.August , 50 JAHRE DS -Erfahrung hat, der auch bei Citroën in der Lehre war und da auch gearbeitet hat,
So einem wird nicht geglaubt. Da soll ich noch einem jemals versuchen zu helfen......?

Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS

Verfasst: Sa 7. Nov 2015, 19:35
von MichaIN
Hallo Vlado,

verstehe ich nicht. Er hat doch deine Aussage in seinem Beitrag sogar zitiert?
Vielleicht hat er halt nur eine 4987-S gekriegt, und keine ZD 9497 800 U.

Gruß Michael

Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS

Verfasst: So 8. Nov 2015, 02:23
von M. Ferchaud
Hallo Vlado,

Ich hatte nicht die Absicht, Deine unbestrittene Kompetenz in Frage zustellen.

Ich habe lediglich alle Informationen aufgeführt, die ich bisher zu diesem Thema gesammelt habe. So wissen wir nun unter Zuhilfenahme aller Beteiligten, dass die ursprüngliche DS 334 - 181 zu 4978-S und später zu ZD 9 497 800 U wurde.

Jeroen hat mir die Dichtung spontan und unentgeltlich zugeschickt, so dass ich diese nun als Vergleichsmuster herangezogen habe.

Viele Grüße
Henning

PS.: Patric, genau so hatte ich es versucht, hat aber leider nicht funktioniert.

Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS

Verfasst: Mo 9. Nov 2015, 00:10
von patric
[quote="M. Ferchaud"]
PS.: Patric, genau so hatte ich es versucht, hat aber leider nicht funktioniert.
[/quote]

... habe es gerade in Deinem Beitrag gemacht und wie Du siehst funktioniert es, wird allerdings aktives JavaScript vorausgesetzt.

Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS

Verfasst: So 6. Mär 2016, 13:03
von M. Ferchaud
Hallo zusammen,

greife das Thema noch mal auf, da ich die Pumpe jetzt ein zweites Mal zerlegt habe. Anlass waren LHS-Spritzer auf der Oberseite der Pumpe - zum Glück nicht in weiterer Umgebung, so dass Kollateralschäden an Lack und Patina ausblieben. Eine Untersuchung des Ansaugschlauches sowie dessen Rohranschluss fiel ohne Befund aus.

Die Leitungsdichtungen waren offenbar nicht die Ursache: Habe die Pumpe erneut ausgebaut, befüllt und in stehender Position mit angeschlossener Leitung unter leichten Druck gesetzt (Leitung mit Schlauchstück und Stopfen am Ende verschlossen und Riemenscheibe von Hand gedreht, bis der Schlauch prall und nicht mehr verformbar war). Die Pumpe hatte ich zuvor von außen gereinigt.

Der Anschluss an der Pumpe war 100% dicht. Nach mehreren Wochen Standzeit konnte ich ein leichtes Rinnsal entlang des Flansches, der im Pumpenanschluss endet, beobachten.

Gestern habe ich die Pumpe erneut zerlegt, mit folgendem Befund:

Das vordere (erneuerte) Kugellager weist keinerlei Spuren von eingedrungener LHS auf, das Fett ist nicht kontaminiert. D.h. die Wellendichtung ist offenkundig in Ordnung.

Die umlaufenden sieben M12er Verschraubungen waren allesamt feucht. Die sieben O-Ringe zwischen Lagerdeckel und Pumpenkörper, die ich erneuert hatte, haben ordentlich Überstand und sind nicht verformt oder geschrumpft.

Der Pumpendeckel war absolut dicht, die damals erneuerte Dichtung präsentierte sich nach dem Abpressen makellos.

Der Pumpenkörper weist auf der Kolbenseite Korrosionsspuren auf, die ich mittels Schleifpaste schonend entfernt habe. Es sind keine Haarrisse oder dergleichen erkennbar, auch nicht auf der Seite zum Lagerdeckel hin.

Die dünnen O-Ringe, mit denen die die Kolbenbuchsen im Pumpenkörper gehalten werden, hatte ich damals nicht erneuert: Sie sind platt gedrückt, und ihre Sitze weiten Korrosion auf.

Dies ist der einzige Aspekt, der eine potentielle Ursache erkennen lässt. Trotzdem ist mir nicht klar, wie die Undichtigkeit hierin begründet sein sollte: Nach meinem Verständnis dichten diese O-Ringe nur den Bereich zwischen Ansaug- und Hochdruckbereich ab. Demzufolge müsste die Flüssigkeit einen Umweg durch die Ansaugkammer vorbei an der großen Schaftdichtung zwischen Pumpenkörper und Lagerdeckel genommen haben. Diese Dichtung hatte ich jedoch auch erneuert, und auch sie machte nach dem Zerlegen einen unauffälligen Eindruck.

Hat jemand eine Idee?

Grüße
Henning

Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS

Verfasst: So 6. Mär 2016, 19:59
von M. Ferchaud
So, die Mechanik der Pumpe ist wieder zusammengebaut. Im Nachhinein glaube ich, die Ursache gefunden zu haben: Offenbar hatte ich beim ersten Überholdurchgang beim Einpressen der Welle das vordere Kugellager wieder ein Stück herausgedrückt. Es hat nun deutlich mehr Unterstand im Verhältnis zum Lagerdeckel. Im Nachhinein betrachtet, wurde das Lager beim erneuten Auspressen der Welle wieder in den Deckel hineingezogen.

Das heißt: Welle und Lager waren nicht auf Anschlag, die Bronzebuchse hatte nicht die korrekte Vorspannung, Wellendichtung saßen nicht exakt in Position. Demnach muss die LHS doch an der Welle ausgetreten sein, obwohl augenscheinlich nicht in den Lagerraum eingedrungen war. Erstaunlich auch, dass die Riemenscheibe samt äußerem Dichtpacket montiert werden konnte. Mal sehen, ob die Pumpe nun dicht ist.

Der Fehler war ein Abstützen des Pumpenkörpers statt des Lagers beim Einpressen der Welle, wobei ich nicht gedacht hätte, dass die Welle das große Lager wieder herausdrücken kann.

Anbei noch ein paar Bilder, die mein selbst gebautes Werkzeug und die Pumpenkomponenten zeigen. Der Vorteil der Verwendung von Holz ist, dass die Gefahr der Beschädigung von Pumpenteilen beim Aus- oder Einpressen minimiert ist, da das Holz als erste Komponente nachgibt. Das Werkzeug lässt sich zudem platzsparend unterbringen und stellt somit ein mobiles Pumpenüberholset dar.

Um den Deckel abzupressen, habe ich eine Multiplex-Platte mit schlüssellochartigem Ausschnitt versehen. Die Gegenabstützung geschieht direkt über die Pumpenwelle.

Der Dreiarmabzieher dient zum Ausdrücken der Welle.

Auf dem dritten Bild sind die Pumpenkomponenten sowie alte und neue Dichtungen zu sehen. Bei diesem Bild aus dem ersten Durchgang fehlen die Kolbenbuchsen, die ich erst im zweiten Durchgang demontiert hatte.