Hallo,
bei meiner 68er ID 19 B (78 PS, mech. 4-Gang-Schaltung) wurden über den Winter die Kupplung und die Lenkung ausgewechselt (Getriebe war draußen), und seitdem macht sie folgendes:
Bei kaltem Motor (und Getriebe) geht der Rückwartsgang mühelos rein, bin ich aber ein bisschen gefahren und die Fuhre ist warm, krieg ich ihn plötzlich nicht mehr ohne leichtes bis mittelschweres Ratschen und Krachen rein. Das tut einem richtig weh, aber manchmal braucht man den Gang halt, und es muss relativ schnell gehen.
Ich kupple natürlich vorher aus, und trotzdem, man merkt richtig, wie sich das Getriebe sträubt und Widerstand leistet. Auch der Trick, der vorher immer ging, wenn es schwer ging, greift nicht mehr: Erstmal in den ersten oder zweiten schalten und dann vorsichtig weiter in den Rückwärtsgang. Und wenn das nicht ging, kleines Stück vorfahren und nochmal versuchen. Es ging vorher schon nie ganz sauber, hat aber nie gekracht oder geratscht.
Der Monteur von der Werkstatt meinte, es könnte daran liegen, dass die neue Kupplung in ihrer jugendlichen Frische jetzt quasi zuviel Druck auf das nicht mehr so ganz taufrische Getriebe ausübt und dadurch die Zahnräder im R-Gang nicht mehr haargenau so übereinander stehen wie vorher. Klingt das plausibel? Alle anderen Gänge schalten sich wie vorher, nur der erste geht jetzt im Stand auch manchmal etwas schwer rein, aber dabei kracht es wenigstens nicht.
Meine drei wichtigsten Fragen:
Kann man da was machen?
Oder kann ich irgendeinen Trick anwenden, um das Krachen zu vermeiden?
Macht Motor aus, dann trocken den Rückwärtsgang rein und schnell wieder starten Sinn oder kracht es dann beim Wiederlosdrehen des Motors erst so richtig?
Getriebeschaden?
Mit gehobenen Zähnen grüßt,
Steffen
Rückwärtiger Gruß ans Getriebe
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Frank
Re: Rückwärtiger Gruß ans Getriebe
Kupplungsspiel nicht korrekt, zu stramm?Haben die das Pilotlager in der Schwungscheibe mitgewechselt?Wenns schwergängig ist, wird das Getriebe immer irgendwie mitbeschleunigt.Oder die Druckplatte/Reibscheibe sind fehlerhaft.Dreifingerkupplungen sind manchmal heikel.
Was ist genau ersetzt worden?Alles, oder nur die Scheibe?
Was ist genau ersetzt worden?Alles, oder nur die Scheibe?
Re: Rückwärtiger Gruß ans Getriebe
Hallo Frank,
es war ein kompletter neuer Kupplungskit vom Schneider, 3-teilig, die alte Kupplung war 34 Jahre und 152.000 km gelaufen und völlig hin.
In der Tat hat man beim Einlegen des Rückwärtsgangs das Gefühl, als im Getriebe keine Synchronisation stattfindet, es kracht trotz voll getretener Kupplung. Die Kupplung trennt aber scheinbar korrekt, den bei abgeschaltetem Motor krieg ich den Gang sofort problemlos rein.
Hatte mir schon überlegt, ob es evtl. Sinn macht, beim Einlegen des Rückwärtsgangs etwas aufs Gas zu gehen (?!?!?!), weil der Gang nach dem Starten des (kalten) Motors mühelos reingeht, da habe ich aber den Choke gezogen, und der Motor dreht dann natürlich etwas schneller als warm und ohne Choke.
Kann ich/die Werkstatt das Kupplungsspiel jetzt noch nachträglich verändern oder im Ernstfall das besagte Lager wechseln? Wie kann man dabei vorgehen?
Danke und Gruß,
Steffen
es war ein kompletter neuer Kupplungskit vom Schneider, 3-teilig, die alte Kupplung war 34 Jahre und 152.000 km gelaufen und völlig hin.
In der Tat hat man beim Einlegen des Rückwärtsgangs das Gefühl, als im Getriebe keine Synchronisation stattfindet, es kracht trotz voll getretener Kupplung. Die Kupplung trennt aber scheinbar korrekt, den bei abgeschaltetem Motor krieg ich den Gang sofort problemlos rein.
Hatte mir schon überlegt, ob es evtl. Sinn macht, beim Einlegen des Rückwärtsgangs etwas aufs Gas zu gehen (?!?!?!), weil der Gang nach dem Starten des (kalten) Motors mühelos reingeht, da habe ich aber den Choke gezogen, und der Motor dreht dann natürlich etwas schneller als warm und ohne Choke.
Kann ich/die Werkstatt das Kupplungsspiel jetzt noch nachträglich verändern oder im Ernstfall das besagte Lager wechseln? Wie kann man dabei vorgehen?
Danke und Gruß,
Steffen
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Frank
Re: Rückwärtiger Gruß ans Getriebe
Wenn der Motor kalt ist und sogar steht, ists nie ein Problem.Der Retourgang ist unsynchronisiert und Geradeverzahnt.Wenn das Rad genau mit dem Zahn auf den anderen trifft, krachts, oder die Getriebedrehzahl ist zu hoch.Normalerweise ist der Zahn angeschrägt, um das Einfädeln zu erleichtern.Kalt gehts besser, da das Spiel grösser ist, bzw das Öl auch dicker und besser das Getriebe bremst.
Ich würde die Kupplungsspieleinstellung nochmal kontrollieren.Und die korrekte Lage der Schaltzüge/Schalstange.Ansonsten ists schwierig , das Lager zu kontrollieren.Man könnte bei getretener Kupplung mal mit der Andrehkurbel versuchen, das Getriebe zu drehen, wobei der Widerstand natürlich relativ durch den Eingriff des ganzen Rädersatzes in der Box ist.Wenn da allerdings irgendwas im Argen ist, spürt mans schon.Dasgleiche vielleicht auch mal bei Betriebstemperatur machen.Falls es das Pilotlager ist, und das Teil nicht auf der Rechnung ist, hasst Du die Arschkarte und kannst die Werkstatt fisten, denn eigentlich sollte das !immer! mitgemacht werden, wie auch Verteilerantrieb abdichten und den Nockenwellensimmering ersetzen.
Viel Erfolg weiterhin, Frank
Ich würde die Kupplungsspieleinstellung nochmal kontrollieren.Und die korrekte Lage der Schaltzüge/Schalstange.Ansonsten ists schwierig , das Lager zu kontrollieren.Man könnte bei getretener Kupplung mal mit der Andrehkurbel versuchen, das Getriebe zu drehen, wobei der Widerstand natürlich relativ durch den Eingriff des ganzen Rädersatzes in der Box ist.Wenn da allerdings irgendwas im Argen ist, spürt mans schon.Dasgleiche vielleicht auch mal bei Betriebstemperatur machen.Falls es das Pilotlager ist, und das Teil nicht auf der Rechnung ist, hasst Du die Arschkarte und kannst die Werkstatt fisten, denn eigentlich sollte das !immer! mitgemacht werden, wie auch Verteilerantrieb abdichten und den Nockenwellensimmering ersetzen.
Viel Erfolg weiterhin, Frank
Re: Rückwärtiger Gruß ans Getriebe
Danke Dr. D.
Nur noch eine Frage:
Weiß Du (oder jemand anderes von Euch), ob das mit dem Pilotlager auswechseln, Verteilerantrieb abdichten und dem Nockenwellensimmerring ersetzen explizit im Reparaturhandbuch für den Kupplungswechsel mit dabei steht (die Werkstatt hat von mir extra alle drei Bände Rep.handbuch + Ersatzteilkatalog + Spezialwerkzeugkatalog mitbekommen) oder weiß man sowas nur aus eigener leidvoller Erfahrung? Würde man die besagten Teile auch bei einem "modernen" Auto wechseln müssen, also als langjährige KfZ-Werkstatt diesen Sachverhalt eigentlich kennen müssen?
Also ich hoffe mal, dass es wirklich nur das Kupplungsspiel oder das Schaltgestänge ist und werde natürlich entsprechend berichten, im Fisten bin ich nämlich (noch) nicht ganz so gut wie zur Zeit im Zähneknirschen.
Steffen
Nur noch eine Frage:
Weiß Du (oder jemand anderes von Euch), ob das mit dem Pilotlager auswechseln, Verteilerantrieb abdichten und dem Nockenwellensimmerring ersetzen explizit im Reparaturhandbuch für den Kupplungswechsel mit dabei steht (die Werkstatt hat von mir extra alle drei Bände Rep.handbuch + Ersatzteilkatalog + Spezialwerkzeugkatalog mitbekommen) oder weiß man sowas nur aus eigener leidvoller Erfahrung? Würde man die besagten Teile auch bei einem "modernen" Auto wechseln müssen, also als langjährige KfZ-Werkstatt diesen Sachverhalt eigentlich kennen müssen?
Also ich hoffe mal, dass es wirklich nur das Kupplungsspiel oder das Schaltgestänge ist und werde natürlich entsprechend berichten, im Fisten bin ich nämlich (noch) nicht ganz so gut wie zur Zeit im Zähneknirschen.
Steffen
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Frank
Re: Rückwärtiger Gruß ans Getriebe
Dann aber fleissig üben!
Der Verteilerantrieb ist Erfahrung, der Rest eigentlich technischer Verstand.
Pilotlager gibt es mitlerweile nicht mehr so häufig in Kugellagerform, aber wenn man das sieht, sollte einem doch klar sein, daß das Teil so alt ist wie die letzte Kupplung oder am Ende das Fahrzeug selbst.Normalerweise lasse ich den Schwung noch planen, damit wirklich nix rupfen kann.Es gibt aber auch Hinweise im Buch auf Planflächenverzug.
Wenn die Bücher keine Fingerabdrücke im Kapitel haben, ists wohl nicht so benutzt worden.Es nützt auch nix, wenns der Meester mal anguckt, der Mech. sollte es ja auch mal ansehen.
Der Simmerring wenn alt, hat auch immer ein Tröpchen Olio dran.Ich kann Dich verstehen.Viel Geld und nachher schlechter als vorher.Die meisten Reparateure sagen immer, ja, kein Problem, diese geht schon, aber bemühen sich dann doch nicht.
Fisten, danach werden sie sich schmerzhaft an Dich erinnern!
Der Verteilerantrieb ist Erfahrung, der Rest eigentlich technischer Verstand.
Pilotlager gibt es mitlerweile nicht mehr so häufig in Kugellagerform, aber wenn man das sieht, sollte einem doch klar sein, daß das Teil so alt ist wie die letzte Kupplung oder am Ende das Fahrzeug selbst.Normalerweise lasse ich den Schwung noch planen, damit wirklich nix rupfen kann.Es gibt aber auch Hinweise im Buch auf Planflächenverzug.
Wenn die Bücher keine Fingerabdrücke im Kapitel haben, ists wohl nicht so benutzt worden.Es nützt auch nix, wenns der Meester mal anguckt, der Mech. sollte es ja auch mal ansehen.
Der Simmerring wenn alt, hat auch immer ein Tröpchen Olio dran.Ich kann Dich verstehen.Viel Geld und nachher schlechter als vorher.Die meisten Reparateure sagen immer, ja, kein Problem, diese geht schon, aber bemühen sich dann doch nicht.
Fisten, danach werden sie sich schmerzhaft an Dich erinnern!