Spiel an Drosselklappe

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Claude-Michel

Spiel an Drosselklappe

Beitrag von Claude-Michel »

Hallo,

erstmal danke für die Antworten unter "Vergaser Reinigen". Der Dreck ging tatsächlich weg mit Benzin und so einem Teerentferner den ich noch in einer Sprühdose hatte.

Ich habe aber bemerkt, daß die Axe des ersten Drosselklappe ein bischen Spiel hat: ca. 0,3 bis 0,4mm. An der zweiten Axe hat es kaum Spiel.

Ich habe schon mal gelesen, daß man aufboren und Buchsen einsetzen kann. Sonnst kommt Falschluft.

Ist das notwendig? Was habt ihr für Erfahrungen?

Ach ja: die DSuper 5 ist 60 000km gefahren.

Gruß
Claude-Michel
Robert Kruse

Re: Spiel an Drosselklappe

Beitrag von Robert Kruse »

Hallo Claude-Michel,

Grundsätzlich ist das mit der Falschluft richtig, auch das Reparaturverfahren ist so, wie Du sagst. Da Du aber diese Fragen stellst, gehe ich davon aus, dass Du genausowenig wie ich ein Vergaserprofi bist und von daher einen solchen ggfls. mit der Reparatur beauftragen würdest. Das kostet nach meiner wiederholten Erfahrung ca. 400 Euro. Andererseits ist fraglich, wie schädlich der Einfluss der Falschluft an dieser Stelle ist, verschiedene Vergaserspezialisten haben mir da ganz unterschiedliche Auskünfte gegeben, von "lassen, solange die Maschine gut läuft" bis "würde ich unbedingt machen lassen". Es gab auch weitergehende Begründungen in Bezug auf die Strömungsverhältnisse im Vergaser, aber die kann ich nicht mehr zitieren. Eines weiss ich aber: Die Gefahr von Falschluft durch verzogenen Vergaserfuss und verformte Dichtung ist weit grösser, und da kann auch mengenmässig viel mehr Luft reinkommen. Bleibt die wichtigste Frage: Warum hast Du den Vergaser runtergenommen, was war das Problem? Wenn alles gut lief und die ganze Aktion lediglich im Rahmen des Frühjahrsputzes erfolgte, würde ich das Ding wieder draufbauen und fahren. Aber fällt das bei Deiner Km-Leistung nicht noch unter die Garantie?:-)
Grüsse
Robert
Vergaser-Joe

Re: Spiel an Drosselklappe

Beitrag von Vergaser-Joe »

Hallo Claude-Michel,

o.4 mm Spiel sind gewaltig! Um ein Gefühl dafür zu bekommen, nehme doch einfach mal einen 6,0 mm Stahlbohrer aus einem Bohrerständer und stecke ihn in ein 6.4 mm Halterloch des Bohrerständers (also für einen 6.4 mm Bohrer). Wenn sich dieses Spiel bestätigt, muss (!!!) der Vergaser neue Lagerbuchsen bekommen.
Martin K. Verified
Beiträge: 786
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Re: Spiel an Drosselklappe

Beitrag von Martin K. Verified »

Hallo,
0,4 mm Spiel ist tatsächlich sehr viel!!
Wenn es der Original-Vergaser ist, hat das Auto weit mehr als 60.000 km gelaufen!
Ein solcher Vergaser sollte wirklich überholt werden. Es ist nicht mehr möglich, einen vernünftigen Leerlauf einzustellen.
Grüße

Martin
Claude-Michel

Re: Spiel an Drosselklappe

Beitrag von Claude-Michel »

Hallo Robert, hallo Joe,

tja, Robert du hast es erraten, ich möchte diese Arbeit (wegen dem Aufwand den ich nicht kenne) eigentlich nicht machen oder machen lassen. Deswegen die Frage, um zu erfahren ob es tatsächlich notwendig ist.

Ich habe den Vergaser runtergenommen weil ich den Eindruck hatte, daß die Abgase zu fett sind. Ich wußte auch nicht ob die richtigen Düsen eingebaut sind (jetzt weiß ich, daß es die richtigen sind). Als ich den Vergaser abgenommen habe, stellte ich fest, daß die "Beschleunigungsdüse" und deren Messingschraube lose im Vergaser lagen. Der Vergaserfuß ist auch verzogen (der wir gerade plan gefräst) und würde nicht auf die neue Dichtung passen.
Nächste Frage:

Auf der Zeichnung des Vergasers ist eine Rücklaufsperre vor der gesagten "Beschleunigungsdüse". Ich habe diese nicht gefunden. Wo sollte diese sein? in der Messingschraube?
Ach ja, es ist ein Weber 28x36 DLEA1.

Joe, wenn der Aufwand nicht so groß wäre würde ich Buchsen einbauen. Hast du Erfahrung wie dieses zu tun ist. Hast du die Maße wie das neue Loch gebohrt werden soll?

Gruß
Claude-Michel
Martin K. Verified
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Re: Spiel an Drosselklappe

Beitrag von Martin K. Verified »

Hallo Claude Michel,

so ein vergaser ist schnell verdorben. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit kannst Du das nicht selbst machen. (Sie mir nicht böse - aber wenn du es könntest, würdest Du hier nicht fragen müssen.) Du brauchst eine Vorrichtung, auf der der Vergaser eingespannt werden kann, damit die Bohrung fluchtend in einem Zug durch das Gehäuse gebohrt werden kann. Dann werden passende Buchsen gedreht und eingepresst. Über die Passungsmaße kann ich Dir leider nichts sagen.
Mein Tipp: Austauschvergaser, z.B. bei Sassen.
Beste Grüße

Martin
Georg

Re: Spiel an Drosselklappe

Beitrag von Georg »

Hallo Claude-Michel,

in Wahrheit sind alle gebrauchten Vergaser, die ich bisher in die Finger gekriegt habe, mit sehr losen Spielen behaftet - ich lasse selbst gerade bei einem Motoreninstandsetzer ALU-Buchsen einbauen, da ich die Welle nicht ersetzen und auch in Zukunft nicht verschleißen will. Messingbuchsen gegen Messingwellen sind ja viel härter.

Ad Düsen: woher weißt Du, dass es die richtigen sind? Wenn eine Zahl draufsteht heißt das noch lange nicht, dass nicht ein berufener Gutmeinender (gut gemeint; das Gegenteil von gut) die Bohrung erweitert hat. Ich hab bei Viktor Günther (Bericht in der Motorklassik 2003 oder 2003) einen neuen Satz bestellt...

Ad Vergaserfuß: Wenn Du alles so läßt wie es ist; verzogene Brücke, verzogene Bakelitdichtung und verzogener Vergaserfuß, ist und bleibt normalerweise alles dicht und kostet nichts. Durch die neue Dichtung hast Du möglicherweise Falschluft zwischen Brücke und Dichtung und durchs Abfräsen werden Spannungen im Fuß frei, die rasch zu neuerlichem Verzug führen KÖNNEN...

Wenn Du den geöffneten Vergaser von oben so ansiehst, dass die Schwimmerkammer zum Körper zeigt und die beiden Lufttrichter vom Körper weg siehst Du links den Kolben/Federmechanismus der Beschleunigerpumpe zwischen Schwimmerkammer und Lufttrichter der 1. (?) Stufe. Die Rückschlagdüse sitzt vertikal eingeschraubt genau im linken zur Pumpe am nächsten befindlichen Eck des Schwimmerkammerbodens. Der Kolben saugt Benzin an und wenn die Drosselklappe schnell geöffnet wird, drückt er durch die Feder herunter - damit das Benzin nicht zurück in die Schwimmerkammer sondern durch das Einspritzröhrchen gedrückt wird, gibts das Rückschlagventil. Das ist eine kleine Kugel in der Beschleuniger(-Ansaug)düse.

Ein Vergaserbetrieb hat den Vergaser in einer Viertelstunde gebuchst (mit im eingepreßten Zustand auf Maß geriebenen Messingbuchsen) Nachteil ist die Härte der Buchse und die Notwendigkeit, eine neue Welle einzubauen.

Mach Dich schlau, frag bei Motoreninstandsetzern und Drehereien nach. Düsen, Buchsen und Wellen kriegst Du evtl. bei schon oben genanntem. Sassen hat leider nur ganze Vergaser - spätere der Serie DMA passen auch für den 21er Motor, den Du aufgrund der Vergasertype ja drin haben mußt.

Gruß Georg

Claude-Michel

Re: Spiel an Drosselklappe

Beitrag von Claude-Michel »

Hallo an Alle,

@ Martin K.
Nein, ich bin dir nicht böse. Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Wagen mehr hat als die 60 000km vom Tacho. Sein Zustand ist gut. Er stand auch mindestens 15 Jahre in einem Schuppen (das weiß ich sicher) und davor angeblich auch ca 10 Jahre in einer Garage.
Wie gesagt, hat die Axe der 2. Drosselklappe kaum Spiel.

@Georg
Düsen: die sehen wirklich nicht aufgebohrt aus.

Vergaserfuß: Arrrgh! jetzt is der Fuß schon plan. Wenn ich das nächste Mal am Wagen bin muß ich nachschauen wie die Aufnahme am Einlaßkrümmer ist. Hätte nicht gedacht, daß diese auch verbogen sein kann.

Rückschlagventil. habs gefunden. Die Kugel ist in der 60er Düse.

DLE A1 Vergaser: ich hatte auch immer gedacht, daß ein DMA2 an diesem 21er Motor sein sollte. Warum auch immer gab es ihn auch im Jahr 1973 mit dem DLE A1

Gruß
Claude-Michel
Martin K. Verified
Beiträge: 786
Registriert: Di 1. Feb 2005, 19:04

Re: Spiel an Drosselklappe

Beitrag von Martin K. Verified »

Hallo Claude-Michel,
ich habe nicht unbedingt die Erfahrung gemacht, dass die Ansaugbrücke verzogen ist (eigentlich noch gar nicht). Der Vergaser aber schon eher. Ich habe mir bislang damit beholfen, den Vergaser über einer Glasscheine abzuzihen: Schmirgelpapier (erst grob dann fein auf die Glasplatte kleben und dann mit dem Vergasrerfuß kreisend darauf schleifen. Ist mühselig, klappt aber gut. Die Dichtung kann man genauso bearbeiten, wenn man sich keine neue leisten will. Mit einem Haarlineal (geanu gefertigtes Stahllineal) kann man den Vegaserfuß und die Dichtfläche der Ansaugbrücke checken: Diagonal in beide Richtungen drauflegen und schauen, ob es glatt anliegt (ohne Lichtspalt). Moderne dauereslastische Dichtmittel besorgen dann den Rest.

Dass die Achse der zweite Drosselklappe weniger ausgeschlagen ist, ist logisch erklärbar: Sie "schaltet" sich ja erst später zu. Wird das Auto also zurückhaltnd gefahren, dann wird sie kaum betätigt.

Grüße

Martin
Georg

Re: Spiel an Drosselklappe

Beitrag von Georg »

Ad Vergaserfuß: die Grundplatte des Vergasers ist wohl unterdimensioniert. Bei meiner DS19 ist er an den Schraublöchern 0,5-1mm verzogen. Dazu hat er 45 Jahre gebraucht. Warum soll ich das Material jetzt durch Planen schwächen und neuerlichen Belastungen aussetzen - UND dafür noch zahlen?

Martin, auf moderne Dichtmitteln kann ich auch bei verzogenen Dichtungen/Vergaserfüßen vertrauen...

Gruß GEorg
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