quo vadis Citroën? (II)

Hier kann nach Herzenslust abgeschweift werden.
Frank Plate Verified
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quo vadis Citroën? (II)

Beitrag von Frank Plate Verified »

(Beitrag von radel56)

Die Interessen von Citroën und die seiner Kunden lagen schon immer ein wenig auseinander. Der Hersteller ist natürlich an einer Absatzsteigerung seiner Produkte und der damit verbundenen Gewinnerzielung interessiert, auch in Hinblick auf die zu erwartenden Kosten, die mit der Entwicklung jeder neuen Fahrzeuggeneration verbunden sind. Das hat in der Firmengeschichte schon 2 Mal fast zum Kollaps geführt, weil die finanziellen Ressourcen dafür nicht ausreichend vorhanden waren, zumal in beiden Fällen technisch sehr anspruchsvolle und strukturell neue Konzepte umgesetzt werden mussten.

Auf der anderen Seite ist die Käuferschicht eher inhomogen und umfasst ein breites Spektrum von Menschen, die sich entweder für die Technik, das Design, den französische Laissez-faire oder einen gewissen Minimalismus begeistern – oder für Kombinationen daraus. Für sich genommen ist jede dieser Gruppen eher konservativ eingestellt, aber Citroën ist es immer wieder gelungen mit einem neuen Modell diese Strukturen teilweise aufzubrechen und neben Erst-Käufern auch Bestandskunden neu für die Marke zu begeistern. Wie stark dabei die Emotionen angesprochen werden konnten zeigt sich, dass selbst ein schlechter Ruf, schlechte Verarbeitung und schlechter Service dieser Begeisterung nichts anhaben konnten und sich um fast jedes Modell eine große, eigenständige Szene entwickelt hat, die nach Produkteinstellung das leistet, woran der Hersteller selbst kein Interesse hat.

Unverständlich bleibt, warum Citroën es bis auf wenige Ausnahmen nie geschafft hat, dieses große Potenzial an Begeisterung bei seinen Kunden zu pflegen und auszubauen, um es letztlich in Produktivität und somit in Umsatzsteigerungen und Marktanteile umzumünzen. Jeder arme Student konnte irgendwann einmal Professor, Chefarzt oder Vorstand eines Unternehmens sein und gerade deshalb hätte ihm und seiner verbeulten Ente eben soviel Aufmerksamkeit und Interesse geschenkt werden müssen wie einem DS/CX/XM-Fahrer. Wenn nicht noch mehr, denn er war die eigentliche Zukunft der Marke. Ein kontinuierlicher Fahrzeug-Aufstieg war aber nicht immer möglich, stark waren die Brüche in der Produktpalette und oftmals wurden Modelle ohne adäquaten Nachfolger eingestellt. Nun folgte das Gleiche mit der Technik.

Um den dritten und vielleicht endgültigen Kollaps aufzuhalten und um nicht mit den Versäumnissen der Vergangenheit belastet zu sein findet z. Z. eine Neuausrichtung statt. Bei gleichzeitigen Aufsplittung der Marke richtet sich diese Neuorientierung zum einen auf die Märkte des ferneren Ostens und zum anderen hin zu einer eher jüngeren und finanziell gut ausgestatteten Käuferschicht aus. Beiden ist die Vergangenheit der Marke – wie Citroën selbst eigentlich auch schon immer - egal, Hauptsache das Produkt ist von Käuferseite her gesehen „hipp“ und entspricht auf Seiten des Herstellers den gängigen Marktbedingungen. Damit soll nun der erneute Niedergang verhindert werden und alles was dabei hinderlich sein könnte wird über Bord geworfen.
Die Ironie an der Geschichte ist, dass wir ihnen dabei eigentlich auch noch Erfolg wünschen müssten.

Gruß Frank
bernd67
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Re: quo vadis Citroën? (II)

Beitrag von bernd67 »

Das macht Citroën beliebig und austauschbar.
Natürlich kennen, wenn überhaupt, nur die Fans der Marke, auch ihre Geschichte. Zumindest in Teilen.

Aber fast jeder verbindet mit einer Marke auch ein gewisses "Bild".
Natürlich auch mit Citroën. Noch.
Was verbindet ein Käufer der neuen Marke DS mit dieser?

Die DS ist Teil des Mythos Citroën. Dieser Mythos resultiert aus der Vielfalt verschiedener toller Automobile, die Geschichte geschrieben haben. Die Technik war oft bahnbrechend.

Was bietet die neue Marke DS?

Ja. Der wirtschaftliche Erfolg war dadurch nicht immer beschieden. Lag aber mitunter auch an dem Wagemut von Andre Citroën. Andererseits hat dieser eben, die Marke für längere Zeit zur Nr. 2 als Automobilhersteller weltweit, nach Ford, gemacht.
Hätte Citroën nicht versucht in einer Weltwirtschaftskrise eine neue Fabrik zu bauen und gleichzeitig ein neues, kostenintensive, Auto zu bauen..... wäre es wohl anders gelaufen. Seine angeschlagene Gesundheit dürfte auch nicht hilfreich gewesen sein.
Der Traction jedenfalls, war ein Erfolgsmodell.

Wie dem auch sei, die Marke hat gerade durch ihre Geschichte bis heute überlebt. Trotz der faden und langweiligen, von Peugeot vorgegebenen Modellpolitik.
Die Fans haben ihr die Treue gehalten und so zum Überleben beigetragen.

Und so dankt man es ihnen jetzt. Kann man wirklich auf sie verzichten?

Ob die neuen DS - Kunden auch so treu sind?????

/\
/\

Bernd
Lebe deinen Traum. Jetzt.
Frank Plate Verified
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Re: quo vadis Citroën? (II)

Beitrag von Frank Plate Verified »

KW
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Re: quo vadis Citroën? (II)

Beitrag von KW »

08.10.2015 KW
Hallo an Alle,
man müsste Hellseher sein, wenn man wüsste, wie sich die Märkte in 2, 5 oder gar 10 Jahren darstellen.
Nur eines ist sicher: Die Menschen wollen auf individuelle Mobilität nicht verzichten.
Viele Unternehmen mit großartigen Produkten, überragenden Designern und Erfindern haben den Entwicklungen
auf den Märkten nicht mehr folgen können. Andere sind entstanden und heute Weltmarktteilnehmer.
Energie, Rohstoffe, neue Techniken können die heutigen Verhältnisse dramatisch verändern und neue/alte Akteure fördern oder vernichten.
Alles ist ein Versuch. Alle versuchen, den Weg vorauszudenken und planen. Ob das Richtige darunter ist, ist ungewiss.
Deshalb freuen wir uns, dass wir so tolle Produkte wie z.B. 2CV oder ID/DS pflegen und genießen dürfen.
Viele Grüße
KW

DS 23, HA, Bj. 73
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