Die Zukunft der DS

geschrieben von Thorsten Graf 
 
Re: Die Zukunft der DS
18. Oktober 2021 14:02
Karl,
Ich verstehe dein Problem nicht.
Lies es hier im Verlauf einfach nach. Dann kennst du Teile meiner Meinung.

Gruß
Andreas
Re: Die Zukunft der DS
18. Oktober 2021 14:34
Zitat
maldini


Beispielsweise werden vermutlich alle DS/IDler der Aussage „den fahr ich, solange wie es geht!“ zustimmen.
Interessanter wird dieser Allgemeinplatz erst, wenn man das z.B. von einem über 60 jährigem, einem in seinen 50gern oder einem 40 jährigen erfährt.
Vermutlich versteht jeder etwas ganz anderes darunter?

Ich fand die Eröffnung von Thorsten jedenfalls interessant -

Grüße!
Karl

Hallo Karl,

das mit dem Alter der Eigner stimmt. Und das Durchschnittsalter der DS Eigner erhöht sich kontinuierlich, denn vermutlich werden nicht im gleichen Maße unterdurchschnittlich junge nachkommen für diejenigen, die aus Altersgründen keine DS mehr fahren.

Wobei ja unsere durchschnittliche Lebenserwartung pro Dekade um 2 Jahre zunimmt, so dass sich das Ende der Besitzzeit vielleicht auch immer weiter nach hinten verschiebt, solange sich die gesunden Jahre auch erhöhen.

Ob sich das dann auch auf die Preise der DS auswirkt, lässt sich schwer vorhersagen. Ist aber für Besitzer auch egal, da man dann ja schon eine DS hat.

Ich könnte mir aber vorstellen, dass in den nächsten Jahren wegen des Alters der Eigentümer etwas mehr DS auf den Markt kommen werden.

Grüße
Thorsten
Re: Die Zukunft der DS
18. Oktober 2021 16:52
Hallo Zusammen,

Das ist eine interessante Unterhaltung und da ist ja schon einiges zusammengekommen.
Dazu gerne meine Meinung:

- Die Zukunft der DS? Unsere DS hat solange eine Zukunft, wie wir sie aktiv fahren und bewerben. Ein Auto, das aktiv gefahren wird, kann den Zauber der Technik vermitteln. Design steht im Museum. Wir haben das große Glück Design und raffinierte Technik fahren und erleben zu können. Ersatzteile kommen immer wieder auf den Markt und ich finde es erstaunlich, wieviele NOS Teile immer noch verfügbar sind. Auch die Verfügbarkeit von Nachfertigungen, wenn auch manchmal in zweifelhafter Qualität, ist erstaunlich.

- Was unterscheidet uns? Klasse, statt Masse. Wenn ich die heutige Autowerbung anschaue, dann ist da kein einziges Fahrzeug dabei, das mich (Jahrgang 1963) wirklich anspricht und begeistert. In eine Traction, eine DS oder sogar einen BX oder XM einzusteigen und zu fahren ist Abenteuer. Und damit komme ich zum ...

- Nachwuchs: Mal überspitzt ausgedrückt: Der/Die Fahrer/in eines Stellantis „Ami“ , äh, ...Elektro Würfels, der/ die Mitglied wird z.B. im CVC, DS Club oder ACC und so Gemeinschaft und dort nachhaltige Technik kennenlernt, könnte nächste/r Besitzer/in einer Traction oder DS werden. Wir können nur dann neue, jüngere Mitglieder finden, wenn wir sie begeistern können für die alte Technik.

- E vs Verbrenner: Ich sehe zwei große Einflußbereiche: Der Preis für Benzin und Einfahrtbeschränkungen in Städte oder Regionen. Ersteres sorgt dafür, daß es der Nachwuchs schwerer haben wird (Zusätzlich zur Werkstattsituation und Eigenschrauberei, wie bereits geschrieben) und letzteres wird Einfluß haben wo und wann wir noch fahren dürfen. Wesentlich eher, als daß es allgemeine, harte Gesetze gegen unsere Autos geben wird. Irgentwann wird es modulare Umbausätze zu Elektro geben und dann kann man sich immer noch überlegen, ob ein Umbau sinnvoll ist oder nicht. Wenn der Motor schon ausgelutscht oder eh kaputt ist z.B.

- Umwelt und alte Autos: Machen wir uns nichts vor: Unsere Kinder (meine sind 24 und 28) sollen in dieser Welt noch 40 bis 60 Jahre leben können. Unsere Enkel 60 bis 80 Jahre. Da gibt es uns nicht mehr. Da können wir uns, die wir unseren Spaß gehabt haben, mal etwas zurücknehmen, denn "nach uns die Sintflut" ist nicht fair. Und wenn es z.B. keine gesetzliche Pflicht zum Katalysator gegeben hätte, dann hätten wir in Deutschland vielleicht immer noch keine, während für andere Länder dieser eingebaut würde. Manches richtet halt doch nicht der Markt, weil manche Marktteilnehmer, sprich Anbieter und Lobbies, in der Profitgier keine Veränderung wollen. Interessanterweise war da Citroën mit mancher Entwicklung und im serienmäßigen Angebot weiter, als Deutsche Fabrikate, die halt zwangsweise mitziehen mußten.

Meine Meinung und ich bin offen für Kommentare. lächelnd

Viele Grüße vom Sebastian,
der 5 Autos betreibt, obwohl er von zuhause arbeitet und es (meistens, besonders bei Staumeldungen,) genießt.

1973 Citroën DS Break in Bleu Delta; 1990 Citroën BX 19 4WD Break, Gris Meteore; 1991 Citroën BX 19 GTI 4x4 Silbergrau; 1992 Citroën BX 19 TZI Grün (Lackierprojekt), 2016 Citroën C5 Tourer Selection 150 S&S Dunkelgrau
Re: Die Zukunft der DS
18. Oktober 2021 17:55
Ein 2,5 Tonnen Audi Q7 oder BMW X7 oder 8 bekommt wegen 50 Kilometern E-Reichweite eine satte Kaufprämie bei einem Verbrauch von minimum 15 Litern Benzin. In der Regel wird er von einer Person mit über den Daumen 80 KG bewegt und laut Recherche eben überwiegend mit Benzin. Solange solche Spritschleudern und Mogelpackungen noch verkauft werden mache ich mir keine Sorgen um die Existenzberechtigung meiner ID. Ich würde sie auch noch mal mit einem G-Kat ausrüsten, sofern es einen gäbe.
Bisher vermisse ich noch nie Idee, aus der DS einen Hybrid zu machen, der zum Beispiel an der Hinterachse zwei kleine E-Motoren hätte...
Gruß Michael
Re: Die Zukunft der DS
18. Oktober 2021 18:20
Zitat
Michael Klette
Bisher vermisse ich noch nie Idee, aus der DS einen Hybrid zu machen, der zum Beispiel an der Hinterachse zwei kleine E-Motoren hätte...
Gruß Michael

Vier Elektro Radmotoren, dann hast Du die erste 4x4 DS... lächelnd

Viele Grüße
Sebastian

1973 Citroën DS Break in Bleu Delta; 1990 Citroën BX 19 4WD Break, Gris Meteore; 1991 Citroën BX 19 GTI 4x4 Silbergrau; 1992 Citroën BX 19 TZI Grün (Lackierprojekt), 2016 Citroën C5 Tourer Selection 150 S&S Dunkelgrau
Re: Die Zukunft der DS
18. Oktober 2021 18:40
Und Sebastian sucht uns nen Werksstudenten für die Software Daumen hoch
Re: Die Zukunft der DS
18. Oktober 2021 18:43
Zitat
Michael Klette
Bisher vermisse ich noch nie Idee, aus der DS einen Hybrid zu machen, der zum Beispiel an der Hinterachse zwei kleine E-Motoren hätte...
Gruß Michael

Ja, ein Wahnsinn mit den 2,5 Tonnenhybrid und der staatlichen Unterstützung, solch eines Betrugs - da bekomme ich die Krise, wenn ich daran denke nicht mehr mit Ente und Co in "meiner Stadt" fahren zu dürfen, aber diese CO2 Schleudern dürfen subventioniert fahren.
Ich wollte eigentlich kurz etwas zum Hybrid schreiben (dann bekam ich dicken Hals): ich habe mich in diesem Jahr bewusst gegen einen Hybrid entschieden, da mir die schwere Batterie den Vorteil zu schlucken scheint. Ehrlich gesagt bin ich nie ganz dahinter gestiegen, aber ein Hybrid scheint durch das Mehrgewicht im Benzinverbrauch merklich höher zu liegen.
Das wäre auch mein Argument (zur Zeit) gegen einen Umbau der DS auf Batterie: der CO2 Einsatz für diesen Umbau liegt mir zu hoch, soviel kann ich mit der DS nicht mehr fahren, um sie in einen "grünen" Bereich zu bekommen.
Das ist auch bei der kompletten Diskussion das, was mir fehlt: die gesamte Bilanz sollte berücksichtigt werden, also auch die Produktion und Entsorgung. Nur dann gibt es ein vernünftiges Ergebnis, dann kann ich eine Entscheidung treffen, die ich richtig finde.
Daher setze ich bei Oldtimern auf E-Fuel - insgesamt nicht zu vertreten, aber wenn wir nur noch eine Minderheit der Fahrzeuge damit bewegen, mit Sicherheit in der Gesamtbilanz vernünftig.
Grüße Ralph
Re: Die Zukunft der DS
18. Oktober 2021 19:13
Ich sehe das auch so in Bezug auf Hybride und die Gesamtbilanz von Elektroumbauten.
Ich selbst fahre ja als Alltagsauto einen ë-C4 und bin vom Fahrkomfort begeistert. Die Federung haben sie gut hinbekommen! Einen Hybrid habe ich nicht ernsthaft in Erwägung gezogen.

Beim Elektroauto ist die Alterung der Batterie auch ein Problem. Wenn man einen Oldtimer nicht im Alltag bewegt, kommen ja maximal 5000 km/Jahr zusammen. Vielleicht gibt es ja demnächst länger haltbare Batterien, aber das lohnt sich unter Umweltschutzgesichtspunkten derzeit vielleicht nicht.

Ein Vorteil besteht jedoch noch zusätzlich: die lokale Emissionsfreiheit des E Antriebs. Aber ob da allein ausschlaggebend ist bei den geringen km Leistungen.
Laut den Ingenieuren aus dem verlinkten Video wird durch E Fuels die Feinstaubbelastung deutlich gesenkt.
Eine DS mit am besten geregelten Katalysator und Autogas oder E-Fuels (wenn es sie dann gibt) ist wahrscheinlich vom Kosten-/Nutzenaufwand die beste kurz- und mittelfristige Lösung.

Grüße
Thorsten
Re: Die Zukunft der DS
18. Oktober 2021 19:20
Ich denke, die massive Förderung der Hybriden ist letztendlich eine Subventionierung der Autoindustrie während der Transformation. Einen perfekt funktionierenden Diesel durch einen zu kleinen Benziner und einen Elektromotor zu ersetzen macht technisch einfach keinerlei Sinn....

Aber zurück zur DS: Cabrios und sehr gute Exemplare, sowie die sehr Frühen werden weiter als "echte" Oldtimer gefahren werden. Die große Zahl der Feld, Wald, Wiesen Autos mit den Besitzern sterben. Gehört meiner wahrscheinlich auch dazu, kann man ja auch gut an der geringen Wertsteigerung im Vergleich zu anderen Klassikern ablesen...
Re: Die Zukunft der DS
18. Oktober 2021 20:34
Liebe Forums-Gemeinde,

Ich möchte mich gerne zum eingangs aufgeworfenen Thema äussern, nämlich dem Mangel an jüngeren DS Liebhabern.

Für gewöhnlich zähle ich mich als Mitt-Dreissiger nicht mehr zur jungen Generation. Wenn ich aber in meiner DS umherkurve oder hin und wieder einmal bei einer Garage oder einem Treffen vorbeischaue, dann treffe ich doch meist ältere Mit-Infizierte an. Für mich ist das vor allem ein Grund zur Freude, denn im Austausch mit er-fahrenen DS'ern lerne ich viel über mein Auto/Projekt und kann mich an netten Anekdoten aus der guten alten Zeit erfreuen.

Aber mit Blick auf die Zukunft stellt sich mir schon die Frage, wie die Teileversorgung am laufen gehalten und auch technische Expertise weitergegeben wird.

Aus meiner Perspektive sind DSen bei Jüngeren aus folgenden Gründen wenig verbreitet:
DS kaufen und haben sind Luxus und Mobilität geht einfacher, flexibler und günstiger. Ich denke hier an Car-Sharing, Karre auf Pump (Leasing), etc. DSen sind denn auch ziemlich teuer geworden. Ein Freund von mir hat in den frühen 2000ern für ca 4k EUR eine solide DSuper gekauft, die ihm jetzt noch immer Freude bereitet. Im aktuellen Markt müsste er dafür wahrscheinlich das 3-fache bezahlen.
Nebst dem Auto selbst ist an den meisten Orten auch Park- und Bastelraum teurer geworden. Das gilt besonders im städtischen Umfeld. Dort sind die Einkommen tendenziell höher und liessen solch ein Hobby zu. Aber wenn Platz teuer oder weit vom Wohnort entfernt ist, dann ist das schon ein Hindernis.

Während das Aussehen der DS Menschen nach wie vor begeistern, ist die Komplexität der Technik abschreckend. Ich sehe regelmässig jüngere mit 2CVs oder R4en. Die haben zwar preislich noch mehr angezogen als die DS, sind aber technisch derart simpel, dass die Angst vor einem bodenlosen Fass kein Thema ist. Vielleicht sind die Enten für manche/n eine Einstiegsdroge (bei mir war es so) und früher oder später muss härterer (eigentlich ja weicherer) Soff her, die DS. Für mich ist das Finden technischer Unterstützung in der physischen (Werkstätten, Teilehänder, Brocantes) wie auch der virtuellen Welt (z.B hier) noch nie ein Problem gewesen.

Schlussendlich braucht es wohl auch eine Initialzündung, um die Leidenschaft für altes Blech zu entfachen. Bei mir zu Hause standen schon immer alte Kisten ums Haus, da fiel der Apfel wohl nicht weit vom Stamm. Ansonsten gäbe es natürlich auch Oldtimertreffen und dergleichen um neues Publikum anzusprechen. Oft nehme ich die DS Gemeinde aber nicht als besonders offen wahr. Ich denke hier an die verächtlich grinsenden Mienen grau-melierter Pallas-Kapitäne bei der Einfahrt einer zerdellten Ente (z.B. meiner). Darüber kann man schmunzeln aber Lust auf eine spontane Umarmung kommt da schon nicht auf.

Kurzum, ich glaube, dass DSen uns auch in Zukunft begleiten werden. Ich denke nicht, dass die DSen die jetzt noch im Umlauf sind verschwinden werden. Ich frage mich nur, wer sie denn einmal fahren soll. Denn das Auto als Verkehrsmittel und Statussymbol hat an Popularität eingebüsst. Das sieht man z.B. daran, dass immer weniger Jugendliche einen Führerschein haben, besonders in Städten.

Enjoy it while it lasts lächelnd
Gute Fahrt euch allen,
Philippe
Re: Die Zukunft der DS
19. Oktober 2021 01:05
E-Autos sind umweltfreundlich, die größte Lachnummer der CDU, CSU, SPD, da bis August 2021 der meiste Strom aus Kohle hergestellt wurde, CO₂ neutrale Atomkraftwerke werden in Deutschland abgestellt, Kohlekraftwerke laufen weiter.

Die CO₂ steuer wurde eingeführt, jetzt streiten sich die Parteien warum die
Energiepreise steigen, war doch so gewollt, besonders von der Grünen Verbotspartei.

Deutschland kauft euch Decken, drosselt die Energie, Parteigenossen bekommen einen
Ausgleich wegen der hohen Energiepreise, normale Bürger natürlich nicht.

Eine ID DS wird im Schnitt 1000 - 5000 km im Jahr bewegt, da lohnt sich kein E-Umbau
und tut der Umwelt nicht weh.

Und manche wollen die ID DS auf E-Motoren umrüsten und mit Kohlestrom fahren,
sehr umweltfreundlich.

Hier sind ja Experten, will eine 20 Jahre alte Gasheizung erneuern , umweltfreundlich, bitte um Vorschläge.

Wärmepumpe geht nicht, da brauche ich eine Zusatzheizung.
Pellets, Scheitholz, Holzschnitzel auch nicht, wegen Feinstaub.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.10.21 01:15.
Re: Die Zukunft der DS
19. Oktober 2021 01:54
Lustig ist, die Grünen haben immer gegen Atomkraft protestiert, aber nie gegen CO₂ Kohlekraftwerke.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.10.21 02:06.
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